Freitag, 25. Juli 2008
Dass Hochbordradwege gefährlich sind, ist inzwischen selbst beim ADFC und den meisten Verkehrswissenschaftlern unumstritten. Als Lösung werden oft Radstreifen propagiert, weil die näher an der Fahrbahn sind und Radfahrer auf ihnen besser wahrgenommen werden. Aber auch auf diesen Streifen werden Radfahrer an den Rand der Wahrnehmung gedrängt. Beispiel gefällig? Geburtstagsfeier wird wohl verlegt
Die junge Leipzigerin (21) lenkte ihren Daihatsu Charade gestern Nachmittag (gegen 17.00 Uhr) entlang der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Markkleeberg. An der Kreuzung mit der Richard-Lehmann-Straße bog sie nach links ab. Dabei übersah sie leider eine Radfahrerin, welche den stadteinwärtigen Radweg nutzte. Die Radlerin konnte weder ausweichen, noch rechtzeitig stoppen. Sie stieß gegen den vorderen rechten Kotflügel und stürzte – ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag. Ihre erlittenen Verletzungen (Schnittwunden am Kinn, Prellungen und Hautabschürfungen) machten eine stationäre Krankenhausaufnahme notwendig. Die 21-Jährige muss sich nunmehr wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. (Loe)
(Quelle: Polizeidirektion Leipzig) “Radweg” ist leicht flasch, in der Liebknechtstraße gibt es “nur” Radstreifen.
Leider gibt es zur Verkehrssicherheit von Radstreifen kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Belegt ist nur, dass die seitlichen Überholabstände der Autos zu den Radfahrern sinken. Das ist auch der Grund (neben ein paar anderen), weshalb ich solche Streifen gar nicht mag (Die meisten Radfahrer sehen das anders. Ich mag aber lieber echte statt gefühlte Sicherheit).
Ein fast ganz anderes Thema, auch aus dem gestrigen Polizeibericht: Bei Rot über eine Ampel zu fahren, ist selten eine wirklich gute Idee. Meist passiert nichts, aber manchmal: Wissen macht Au!
Am frühen Mittwochabend wurde eine weitere Radlerin (41) schwer verletzt, wobei sie den Unfall selbst verursachte. Die Frau befuhr den Radweg an der Adenauerallee in Richtung Paunsdorf und wollte gegen 19.00 die Volksgartenstraße queren. Wahrscheinlich kennt sie die Kreuzung und die dortigen Verkehrsverhältnisse gut, denn ihre Wohnung befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt. Und weil „gestern auch keiner kam”, fuhr sie trotz roter Ampel weiter. Eine verhängnisvolle Entscheidung. An der Ampel hatte ausnahmsweise der Fahrer (66) eines Opel Vectra auf grünes Licht gewartet. Als es endlich aufleuchtete, fuhr er an und traf die 41-Jährige frontal. Mit Prellungen und Stauchungen musste sie anschließend in ein Krankenhaus verbracht werden. Glücklicherweise kam es zu keinen schlimmeren Folgen. Obwohl schuldlos, war der Opelfahrer sichtlich über den Unfall schockiert. Eine Zeugenvernehmung war daher nicht möglich.
Fazit: Beim Aufstellen der Ampelanlage hat jemand offenbar nachgedacht. (Loe)
Ich reiche noch zwei Unfälle aus der vergangenen Woche nach. Die Polizeidirektion Leipzig berichtete am Freitag: Unachtsam Tür geöffnet
Am 25.06.08, gegen 13.44 Uhr stürzte eine Radfahrerin im Stadtteil Reudnitz-Thonberg und verletzte sich schwer. Die 23-Jährige befuhr den Radweg der Stötteritzer Straße in östliche Richtung. In Höhe eines Altersheims fuhr sie an einem, zwischen Bäumen parkenden PKW vorbei. Plötzlich öffnete der unbekannte Fahrer die Tür, wodurch die Radfahrerin zu Fall kam. Nachdem sich der Fahrer entschuldigte, flüchtete er ohne seinen Namen zu hinterlassen. Auf Grund ihrer schweren Verletzungen an Schulter und Becken wurde die Radfahrerin stationär aufgenommen. Die Verkehrspolizei sucht nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallgeschehen geben können. Insbesondere wird ein Fahrer einer M-Klasse gesucht. Dieser hatte der jungen Frau Hilfe angeboten. Hinweise bitte an die VPI, Hans-Driesch-Straße 1, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (DaK) Radwege sind nicht nur an Einmündungen und Kreuzungen verdammt gefährlich, auch dazwischen bieten sie keinen Sicherheitsvorteil. Gründe dafür gibt es viele, einer davon ist, dass Radwege oft viel zu nah an parkenden Autos vorbei geführt werden. Radfahrer haben dann keine Chance, einer plötzlich geöffneten Tür auszuweichen.
Bleibt noch anzumerken, dass solche Unfälle auch zu den häufigsten bei Fahrbahnnutzung gehören. Dort könnten Radfahrer aber einiges dazu beitragen, um solche Unfälle zu vermeiden: Sie müssten einfach — wie vorgeschrieben — ausreichend Abstand zu den parkenden Autos halten.
Ein weiterer Unfall wurde von einem (offenbar) Rüpel-Radler verursacht: 72-Jährige bei Unfall schwer verletzt
In der Mittagszeit (12.50 Uhr) des 03.07.08 ereignete sich an der Kreuzung Gerberstraße Ecke Tröndlinring ein Verkehrsunfall. Eine 72-jährige Fußgängerin überquerte bei „Grün” die Fahrbahn der Gerberstraße vom Hauptbahnhof kommend in Richtung Naturkundemuseum. In Höhe der Mittelinsel wurde die Seniorin von einem unbekannten Radfahrer von hinten erfasst. Durch den Aufprall kamen beide zu Fall. Als die 72-Jährige die Polizei rufen wollte, ergriff der Radfahrer die Flucht. Für die Fußgängerin musste ein Rettungswagen gerufen werden. Sie hatte sich beim Sturz den linken Arm gebrochen. Die Verkehrspolizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zum Unfallgeschehen und/oder zum Radfahrer geben können. Hinweise bitte an die VPI, Hans-Driesch-Straße 1, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (DaK) Auch wenn’s mit diesem Unfall nichts zu tun hat: Die Ecke ist für Radfahrer ziemlich bescheiden gelöst: Den Ring dürfen sie zwar benutzen (wenn sie 40 km/h fahren können), brauchen dafür aber viel Selbstbewusstsein. Als Auswege bleiben nur ein Fußweg oder Ampel-Überquer-Orgien. Frust darüber ist natürlich trotzdem kein Grund, Fußgänger über den Haufen zu fahren.
Freitag, 11. Juli 2008
Fixies sind Fahrräder mit starrer Nabe, im Gegensatz zu gewöhnlichen Fahrrädern haben sie also keinen Freilauf. Sie kommen vom Bahnradsport — dort wird auf jeden Schnickschnack verzichtet, um Gewicht zu sparen. So fehlen meist auch Bremsen, schließlich lässt sich mit Hilfe des Antriebs bremsen. Keine Ahnung, ob damit ein ausreichend kurzer Bremsweg erreicht werden kann — auf der Straße anscheinend nicht immer. Aus dem Polizeibericht von gestern: Auch noch vor dem Ordnungsamt!
Unfallort: Prager Straße/Gerichtsweg, 04103 Leipzig
Unfallzeit: 09.07.2008, gegen 22.50 Uhr
Das bei Weitem nicht alle Fahrräder den Bestimmungen der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprechen ist zwar traurig, aber auch nicht neu. Doch manchmal fehlen Polizisten die Worte.
Am gestrigen Abend querten drei Radler (m, 22/26/27) in Höhe des Ordnungsamtes die Prager Straße. Sie fuhren verkehrsgerecht hintereinander in Richtung Reudnitz. Auf der Prager Straße war zu diesem Zeitpunkt ein vierter Fahrradfahrer (19) in Richtung Probstheida unterwegs. Bei seinem Drahtesel handelte es sich allerdings um ein reines Sportgerät für Verfolgungsrennen auf Radkampfbahnen. Solche Gefährte zeichnen sich bekanntlich durch spartanische Ausstattung aus – keine Lichttechnik, keine Bremsen und kein Rücktritt. Ergänzt durch die zügige Fahrweise war es dem 19-Jährigen natürlich unmöglich, die für ihn geltende rote Ampel zu beachten. Und so rauschte er direkt in die kleine Kolonne der drei querenden Radler. Durch die Kollision mit dem Mittleren (27) zog sich der junge Verursacher nur Schürfwunden und Prellungen zu. Der Geschädigte (27) erlitt hingegen Kopfverletzungen, die eine stationäre Krankenhausaufnahme erforderten. (Loe) Wobei ich hier ja eher die Fahrweise des 19-Jährigen als die Tatsache, dass er mit einem Fixie unterwegs war, als unfallursächlich ansehen würde.
In § 15 Abs. 3 der “Polizeiverordnung über öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Stadt Leipzig” heißt es: Hunde müssen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen, sofern diese nicht als Freilaufflächen ausgewiesen sind, zum Schutz von Mensch und Tier stets von einer geeigneten Person an der Leine geführt werden. Diese Bestimmung scheint vielen Hundebesitzern unbekannt zu sein — zum Leidweisen einiger Fahrradfahrer. Die Polizei berichtete gestern: Mittwoch war nicht der Tag des Hundes
Am gestrigen Vormittag fuhr eine Leipzigerin (67) entlang der Max-Reger-Allee im Kulturpark Clara Zetkin. Gegen 09.45 Uhr rannte plötzlich ein schäferhundgroßer Mischlingshund in ihr Vorderrad, weshalb die Frau stürzte. Die Halterin (Alter unbekannt) des Hundes half der Gestürztem wieder auf und meinte, dass ihr Vierbeiner ein Wassernarr sei. Beim Anblick des nassen Elements würden alle Rufe nicht mehr helfen. Unter dieser Aussage erstaunt der freilaufende Hund umso mehr. Direkt neben dem Elsterflutbett und auf einer vielgenutzten Radstrecke keine Leine anzulegen, hat mindest die Wertung „gewagt” verdient – zumal die Frau noch zwei kleine Kinder bei sich hatte. Offenbar schuldbewusst begleitete die Waghalsige die 67-Jährige bis zu einem Arzt, hinterließ ihre Personalien und bat dann, sich wieder um ihre Kinder kümmern zu dürfen. So verpasste sie den Ausgang der Untersuchung, die eine Ellenbogenfraktur, Prellungen und Schürfwunden erbrachte. Jetzt ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Mittwoch, 2. Juli 2008
Gutes Wetter, hohe Spritpreise — da scheinen mehr Menschen als sonst mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Oder die Polizei berichtet einfach häufiger über Fahrradunfälle. Heute sind gleich vier dabei: Die Fahrerin (68) eines Pkw VW Golf befuhr am 01.07.2008, gegen 14:00 Uhr, die Karl-Heine-Straße, Leipzig-Plagwitz, stadteinwärts. An der Walter-Heinze-Straße bog die Frau nach rechts ab. Dort kam es dann zum Zusammenprall mit einem Biker (31), der zwar auf dem Radweg fuhr, jedoch in entgegengesetzter Richtung. Der Fahrradfahrer stürzte, verletzte sich und musste zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Auto und am Rad entstand Schaden in Höhe von etwa 1.200 Euro. Gegen die Leipzigerin wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt. Radwege sind ja schon an sich gefährlich, befährt man sie aber in die flasche Richtung (ob nun legal oder nicht), erhöht sich das Unfallrisiko nochmal drastisch.Am gleichen Tag, gegen 15:00 Uhr, ereignete sich ein weiterer Unfall zwischen einem Pkw und einem Fahrradfahrer. Der Fahrer (74) eines Pkw Toyota war auf der Engelsdorfer Straße in Leipzig-Mölkau unterwegs. Bei „Grün” bog er nach rechts in die Paunsdorfer Straße ab und erfasste einen Radler (83), der mit seinem Klappfahrrad auf dem Gehweg der Engelsdorfer Straße fuhr und geradeaus weiterfahren wollte. Der ältere Herr stürzte auf die Fahrbahn und wurde auf Grund seiner schweren Verletzungen in einem Krankenhaus stationär aufgenommen. Der Sachschaden hier beträgt ca. 2.100 Euro. Der 74-Jährige hat sich jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall zu verantworten. Auch auf Gehwegen ist man aus dem Blickwinkel der Verkehrsteilnehmer auf der Straße — deshalb sollte man da besser nicht fahrenNicht aufgepasst hatte hier eine Radfahrerin (24), welche ebenfalls am 01.07.2008, gegen 15:00 Uhr, die Gustav-Adolf-Straße in Leipzig-Mitte stadtauswärts fuhr. An der Kreuzung Funkenburgstraße beachtete sie einen Pkw Citroen nicht, dessen Fahrer (24) auf den dort gleichrangigen Straßen von rechts kam und demzufolge die Gustav-Adolf-Straße überqueren wollte. Beide Fahrzeuge stießen zusammen, die Radfahrerin kam zum Glück mit leichten Verletzungen davon. Die Höhe des Sachschadens beläuft sich auf ungefähr 2.150 Euro. Gegen die junge Leipzigerin wurde eine Bußgeldstrafe verhängt. (Hö) Kein Rad- oder Fußweg in diesem Fall, aber eine ehemalige Bundesstraße, die noch nicht lange und dazu nicht durchgängig in einer 30-Zone ist.- Und noch ein Unfall, bei dem eindeutig der Radfahrer die Verantwortung trägt:
Radfahrer verließ Unfallstelle
In diesem Fall kam es zum Zusammenstoß zwischen einem Fahrradfahrer und einer Fußgängerin (15). Die Jugendliche überquerte gestern, gegen 11:30 Uhr, bei Ampelschaltung „Grün” die Holzhäuser Straße/Prager Straße und wurde dabei von einem von links kommenden Radfahrer erfasst. Sie stürzte, verletzte sich leicht und musste ärztlich versorgt werden. Der Radler jedoch verließ nach dem Crash unerlaubt die Unfallstelle. Wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall wird nun gegen Unbekannt ermittelt. (Hö)
Innerhalb kürzester Zeit ist erneut ein Radfahrer bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Polizei berichtete gestern: Tödlicher Verkehrsunfall
In Leipzig-Kleinzschocher kam es am 30.06.2008 zu einem Verkehrsunfall. Der Fahrer (43) eines Pkw VW Golf fuhr gegen 17:30 Uhr auf der Dieskaustraße stadteinwärts. In Höhe der Einmündung Kurt-Kresse-Straße passierte es dann: Er erfasste einen Fahrradfahrer (75), der ebenfalls auf der Dieskaustraße in gleicher Richtung fuhr. Der Mann prallte gegen die Frontscheibe und stürzte dann auf die Straße. Dabei zog er sich schwere Kopfverletzungen zu und musste in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht werden. Ein Ehepaar, das mit seinem Fahrzeug nach links in die Kurt-Kresse-Straße abbiegen wollte und verkehrsbedingt anhalten musste, wurde Zeuge des Geschehens; die Frau leistete Erste Hilfe, der Mann verständigte die Polizei. Der 75-jährige Leipziger erlag heute seinen schweren Verletzungen. Gegen den 43-jährigen Leipziger wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall eingeleitet.
Zeugen zu diesem Unfall wenden sich bitte an die VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (Hö)
Montag, 30. Juni 2008
In der Reihe “Radwege sind gefährlich” berichte ich heute mal nicht über einen Abbiegeunfall, sondern über andere Gefahren, die auf Radwegen lauern. Zunächst die Polizeimeldung: Radler verletzte sich schwer
Zu einem Unfall mit zwei Fahrradfahrern kam es am 27.06.2008 auf dem Ranstädter Steinweg in Leipzig-Mitte. Gegen 12:30 Uhr befuhr ein Mann (48) nach dem Passieren der Kreuzung Thomasiusstraße den gemeinsamen Fuß- und Radweg des Ranstädter Steinwegs in stadteinwärtiger Richtung. Vor ihm radelte eine Frau (24). Als sie auf Grund eines verlorenen Gegenstandes aus ihrer Hosentasche die Geschwindigkeit reduzierte und der 48-Jährige wegen der Fußgänger nicht überholen konnte, bremste er so stark, dass er über die Lenkstange seine Fahrrades stürzte. Er erlitt vermutlich eine Fraktur des linken Armes und musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. (Hö) Natürlich spielt hier die Tatsache, dass der Unfall auf einem (gemeinsamen Fuß- und) Radweg passiert ist, nur eine untergeordnete Rolle. Andererseits: Auf der Fahrbahn nebenan hätte der Radfahrer mit hoher Wahrscheinlichkeit genügend Platz gehabt, um an der bremsenden Radlerin vorbeizufahren. Radwege sind nun mal in den meisten mir bekannten Fällen zu schmal, um sichere Überholmanöver zu erlauben.
Der spezielle Weg hier ist mein persönlicher “Liebling”: Gegen seine Benutzungspflicht klage ich am Verwaltungsgericht Leipzig. Es ist einfach keine gute Idee, an einer wichtigen Verkehrsverbindung — auch für den Radverkehr — Fußgänger und Radfahrer auf einer Breite von 2,50 Meter zusammenzusperren.
Aus der heutigen Polizei-Pressemitteilung: Tragischer Unfall
Unfallort: 29.06.2008, 17:35 Uhr
Unfallzeit: Seestraße / Campingplatz, 04207 Leipzig OT Lausen
Ein 56–jähriger Radfahrer fuhr nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen aus bisher unbekannten Gründen nach rechts und dabei gegen einen Poller und eine Kette. Er kam deshalb zu Fall und zog sich durch den Sturz schwere Kopfverletzungen zu. Zur Versorgung des Schwerstverletzten kam auch der Rettungshubschrauber zum Einsatz, jedoch konnte dem Mann nicht mehr geholfen werden, er verstarb an der Unfallstelle. (dP)
Freitag, 27. Juni 2008
Ich läute schonmal den Populismus-Alarm — das ist wegen der zu erwartenden Berichterstattung und den entsprechenden Leserbriefen in der hiesigen Lokalpresse vermutlich nötig. Darum geht’s: Kein Herz für Musik
Gestern Nachmittag (26.6.08, ca. 16:50 Uhr) holte eine Mutter (39) ihre Tochter von der Musikschule in der Innenstadt ab. Die 10-Jährige hatte ein Cello auf dem Rücken und lief – gemeinsam mit Mutter und Schwester (3) — auf der Petersstraße in Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz. Plötzlich wurde das Mädchen samt Instrument nach vorn gestoßen, weil in Höhe eines Bäckergeschäftes ein Radfahrer mit recht hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone fuhr die junge Fußgängerin von hinten anfuhr. Das Cello im Wert von ca. 5.000 Euro funktioniert nach diesem Zusammenprall nicht mehr, der Biker schaute sich allerdings nur kurz um und fuhr dann weiter. Der Mann auf dem Zweirad konnte wie folgt beschrieben werden:- 20-25 Jahre alt
- ca. 175cm groß
- schlanke Gestalt
- mittelbraune kurze glatte Haare
- hatte grauen Rucksack mit rotem Streifen bei sich
- Herrenrad, mit verstärkten Rahmen (vermutlich Mountainbike)
- Vermutlich dunkelgraue Farbe
- gerader Lenker mit schwarz/orange Griffen
Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können und bittet diese, sich sich bei dem Polizeirevier Innenstadt, Ritterstraße 17-21 in 04109 Leipzig, Tel. (0341) 710 50, zu melden. (La)
(Quelle)
Vielen Dank an den radfahrenden Idioten — sowas macht es nicht gerade einfach, sich für eine generelle Freigabe der Fußgängerzonen in der Innenstadt einzusetzen. Glücklicherweise sind solche Vorfälle Einzelfälle — und würden mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso passieren, wenn Radverkehr in der Innenstadt verboten wäre.
Dienstag, 24. Juni 2008
Kreisverkehre können für Radfahrer besonders gefährlich sein. Ein Beispiel dafür beschreibt die Polizei in ihrer heutigen Pressemitteilung: Zeugenaufruf (m.d.B.u.V.)
Am 17.06.2008 ereignete sich gegen 17:30 Uhr auf der Karl-Tauchnitz-Straße in Leipzig-Mitte ein Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einer Fahrradfahrerin (39). Der bislang unbekannte Fahrer eines Pkw Skoda fuhr dort im Kreisverkehr und bog dann, neben sich die Radlerin, plötzlich nach rechts in Richtung Rennbahn ab. Die Frau bremste noch, dennoch kam es zur seitlichen Berührung. Sie stürzte und zog sich Verletzungen zu, die ambulant behandelt werden mussten. Der Fahrer des silbermetallic-farbenen Skoda, vermutlich ein Fabia, hielt nach ca. zehn Metern an. Kurz darauf fuhr er jedoch weiter, ohne seinen Pflichten nachzukommen.
Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben und Hinweise sowohl zum Fahrzeug als auch zum Fahrer (oder zur Fahrerin) geben können, melden sich bitte beim Verkehrsunfalldienst in der Hans-Driesch-Str. 1, Telefon (0341)44 83 835. (Hö) Die Gefahr geht also von Kraftfahrern aus, die im Kreisverkehr überholen und dann beim Abbiegen nicht auf den Radfahrer neben ihnen achten. Deswegen die dringende Empfehlung: In Kreisverkehren als Radfahrer immer in der Mitte der Fahrspur fahren! Dass Autofahrer dann nicht überholen können, dient der eigenen Sicherheit.
Der verunglückten Radfahrerin gute Besserung — und dem Unfallverursacher ist zu wünschen, dass er von der Polizei gefunden wird.
Freitag, 20. Juni 2008
Die Polizei ist mit den Presseberichten dieser Woche (zumindest im Internet) etwas spät dran. Am Montag berichtete sie über einen Unfall in Liebertwolkwitz: Zeugenaufruf
Am 13.06.2008 kam es gegen 14:00 Uhr zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Lkw und einem Fahrradfahrer in Liebertwolkwitz.
Der Fahrer (53) eines Sattelzuges befuhr die Muldentalstraße in Richtung Leipzig. In Höhe der Einmündung zur Straße Deutsche Einheit erfasste er an der Fußgängerfurt bzw. Querungshilfe einen Radler (14), der gerade die Straße überqueren wollte. Der Jugendliche musste mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. An den Fahrzeugen entstand Schaden in Höhe von etwa 3.000 Euro. Das Fahrrad wurde sichergestellt. Gegen den Lkw-Fahrer wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt.
Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zum Unfallhergang geben können. Diese wenden sich bitte an die Verkehrspolizeiinspektion Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (Hö) Die Muldentaler Straße hat an dieser Stelle einen benutzungspflichtigen Zweirichtungsradweg. Möglich, dass der 14-Jährige die Straße queren wollte, um den Weg zu erreichen.
Unabhängig von dieser Spekulation: Außerorts werden in der Regel nur auf einer Seite Radwege angelegt. Dadurch werden Gefahren geschaffen, schließlich müssen Radfahrer die Straße queren, um auf den Weg rauf und wieder runter zu kommen. Untersuchungen zur Sicherheit von außerörtlichen Radwegen gibt es kaum. Es darf aber vermutet werden, dass sie keinen Sicherheitsgewinn bringen (auf der verlinkten Seite ganz unten).
Dienstag, 3. Juni 2008
Die meisten Menschen fühlen sich auf Radwegen sicherer als auf der Fahrbahn, schließlich ist man ja von den gefährlichen Autos weg. Dieses Sicherheitsgefühl ist aber trügerisch: An Kreuzungen wirkt sich die Entfernung zu den Autos dermaßen negativ aus, dass Radfahrer sehr leicht von Autofahrern übersehen werden. Über ein weiteres Beispiel dieser (relativ) häufigen Unfälle berichtet heute die Polizei: Pkw contra Fahrrad
Bei einem Unfall, der sich gestern Nachmittag ereignet hatte, wurde ein Leipziger (60) schwer verletzt.Der Mann war mit seinem Fahrrad auf dem Radweg der Lyoner Straße stadtauswärts unterwegs. Auf der Schönauer Straße fuhr ein Pkw Opel, dessen Fahrer (67) nach rechts auf die Lyoner Straße abbiegen wollte. Der Autofahrer beachtete die Vorfahrt des Radlers nicht und stieß mit ihm zusammen. Der 60-Jährige stürzte und musste mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. An Pkw und Rad entstand Schaden in Höhe von ca. 4.000 Euro. Gegen den Opelfahrer wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt. (Hö) Radwege sorgen also nicht für mehr Sicherheit, an Kreuzungen und Einmündungen sorgen sie vielmehr für deutlich größere Gefahren als auf der Fahrbahn. Auch deswegen wird immer wieder eine Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht gefordert, zuletzt mit einer Petition beim Bundestag, die dort noch behandelt wird.
Montag, 2. Juni 2008
Die Polizei berichtet heute über einen Unfall zwischen zwei Radfahrerinnen am Wochenende: Radlerinnen verunglückt
Am Sonntag Abend radelte eine Frau (41) gegen 18:30 Uhr auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg vom Schleußiger Weg kommend in Richtung Max-Reger-Allee. Ihr Ehemann fuhr vor ihr und sie wollte ihn überholen, achtete dabei aber offensichtlich nicht auf eine entgegenkommende Fahrradfahrerin. In diesem Augenblick stieß sie auch schon mit ihr (47) zusammen. Die Leipzigerinnen stürzten, verletzten sich schwer. Mit Verletzungen an Kopf, Augen und Fuß musste die Jüngere und mit einer Kopfplatzwunde die Ältere in ein Krankenhaus gebracht werden. Die 41-Jährige erhielt eine Verwarnung; gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall eingeleitet. (Hö) Der gemeinsame Fuß- und Radweg ist nicht straßenbegleitend, aber dafür, dass dort eine erhebliche Zahl an Radfahrern unterwegs ist, eigentlich zu schmal (bei Google Maps ist das aber kaum zu erkennen). Überholen sollte man da also besser lassen — und vielleicht sorgt die Stadt ja auch irgendwann für einen breiteren Weg…
Mittwoch, 21. Mai 2008
In der Grünewaldstraße, gleich vor dem ADFC-Laden, gibt es einen Zwei-Richtungs-Radweg. Als wichtige Verbindung zwischen Bayrischem Platz und der Innenstadt ist er stark befahren. Leider ist er aber auch ziemlich unfallträchtig: An der Kreuzung mit der Brüderstraße (bei Google Maps ansehen) wurden schon häufiger Radfahrer an- bzw. umgefahren. Gestern gleich zweimal, berichtet die Polizei: Gleich zweimal an derselben Stelle
Den Beginn ihrer Vorlesung konnte eine 20-Jährige gestern nicht pünktlich erreichen, da sie zu einer Unfallaufnahme an der Kreuzung Grünewaldstraße/Brüderstraße verbleiben musste (20.5.08, ca. 17:00 Uhr). Vorausgegangen war ein Zusammenstoß zwischen dem schwarzen Seat der Studentin und einem Radfahrer, der stadtauswärts auf dem Radweg fuhr. Der 45-Jährige erlitt leichte Verletzungen, die ambulant behandelt wurden.
Zu einem fast identischen Unfall kam es etwa fünf Stunden später (22:10 Uhr), als der 33-jährige Fahrer eines schwarzen Mercedes wiederum eine Fahrradfahrerin (22) auf dem stadtauswärtigen Radweg übersah und mit dieser zusammenstieß. Die Radlerin zog sich bei ihrem Sturz Hautabschürfungen und leichte Verletzungen an Knie und Armen zu und wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. In beiden Fällen wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall ermittelt. (La) Auch wenn Radwege zur Benutzung in der falschen Richtung freigegeben sind, bedeutet das nicht, dass man als Radfahrer dort sicherer unterwegs ist.
Donnerstag, 15. Mai 2008
Radfahrer werden abseits der Fahrbahn nur schlecht von abbiegenden Autofahrern wahrgenommen. Ein weiteres Beispiel dafür liefert ein Unfall, der heute Morgen passiert ist: Vorfahrt nicht beachtet
Die Fahrerin (53) eines Pkw Mercedes befuhr heute Morgen, gegen 05:00 Uhr, die untergeordnete Rohrteichstraße in Richtung Adenauer Allee. Als sie dort nach rechts abbiegen wollte, beachtete sie eine Radlerin (52) nicht, die auf dem Radweg der Adenauer Allee stadteinwärts fuhr und so Vorfahrt hatte. Die Fahrradfahrerin stieß gegen den Pkw und stürzte. Da sie über Schmerzen klagte, wurde ein Rettungswagen durch die Unfallverursacherin gerufen, und sie mit ins Krankenhaus genommen. Gegen die Autofahrerin wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall eingeleitet. (Hö) (Quelle: Polizeidirektion Leipzig)
In der gleichen Pressemitteilung berichtet die Polizei über einen weiteren Unfall mit Radfahrerbeteiligung: Zeugenaufruf zu Verkehrsunfall
Am gestrigen Nachmittag (14.05.08, 15.25 Uhr) ereignete sich an der Kreuzung Maximilianallee / Theresienstraße ein Verkehrsunfall. Eine Radfahrerin (38) überquerte die Fahrbahn der Maximilianallee aus Richtung Theresienstraße kommend und stieß mit einem Ford Fiesta zusammen, welcher die Maximilianallee in stadteinwärtige Richtung befuhr. Die Radfahrerin wurde bei dem Aufprall verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zur Aufklärung des Unfallhergangs machen können. Vor allem wird nach einem Mann gesucht, welcher der Radfahrerin am Ort aufhalf. Hinweise bitte an die Verkehrspolizeiinspektion Leipzig, Hans-Driesch-Straße 1 in 04179 Leipzig, Telefon (0341) 4483 835. (DaK) Entweder ist dort die Ampel ausgefallen oder einer der beiden Unfallbeteiligten ist bei Rot gefahren. Zumindest fällt mir keine andere Erklärung für diesen Unfall ein.
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