Freitag, 30. Oktober 2009
Aus dem heutigen Polizeibericht: Fahrradfahrer tödlich verletzt
In den heutigen Morgenstunden (30.10.2009) kam es gegen 03.30 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall am Leipziger Chausseehaus, bei dem ein 29jähriger tödlich verletzt wurde. Ein 27jähriger Taxifahrer (Mercedes) fuhr auf der linken Spur der Eutritzscher Straße in stadteinwärtige Richtung. Zur selben Zeit überquerte der Fahrradfahrer die Eutritzscher Straße. Er kam von der Straßenbahnhaltestelleninsel in Richtung Balzsacstraße ohne Licht gefahren. Dabei ergriff der Taxifahrer den 29jährigen und schleifte ihn einige Meter mit sich. Trotz lebensrettender Maßnahmen durch engagierte Bürger, konnte dem Radfahrer nicht mehr geholfen werden. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Der Taxifahrer fuhr nach dem Unfall noch bis zur Roscherstraße weiter, erst dort wendete er und kam zur Unfallstelle zurück. Infolge des Unfalls musste die Eutritzscher Straße mehrere Stunden gesperrt werden. Die Dekra untersucht nun Fahrrad sowie Mercedes und die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall. (Bria)
Ich frage mich nur, welche Relevanz das fehlende Licht hat: Von der Seite ist das Fahrrad-Funzel-Licht (zumindest in der Stadt) doch sowieso kaum zu erkennen?
Dienstag, 27. Oktober 2009
Zwei Meldungen aus dem heutigen Polizeibericht: Radfahrerin übersehen
Offenbar übersehen wurde eine 48-jährige Radfahrerin, als sie am gestrigen Morgen, gegen 07.30 Uhr, den Radweg An der Tabaksmühle in westliche Richtung entlang fuhr. Die 51-jährige Fahrerin eines Toyotas verließ zum gleichen Zeitpunkt den Parkplatz an der Straße des 18. Oktobers gegenüber vom Völkerschlachtdenkmal, um dann nach rechts ebenfalls in westliche Richtung abzubiegen. Dabei überquerte sie den Radweg, auf welchem allerdings die 48-Jährige fuhr. Deren Vorfahrt hätte die PKW-Fahrerin beachten müssen. Es kam zum Zusammenstoß, wobei sich die Radlerin im Gesicht verletzte und in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Am Fahrrad und am Fahrzeug entstand Sachschaden, der auf insgesamt 800 Euro geschätzt wird. (FiA)
Zeugenaufruf
Am 16.10.2009 kam es gegen 15.00 Uhr in der Arno-Nitzsche-Straße/Ecke Meusdorfer Straße zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Radfahrer (73) verletzt wurde. Der 73-jährige fuhr mit seinem Fahrrad auf dem Radweg Arno-Nitzsche-Straße in Richtung Völkerschlachtdenkmal, als eine Pkw-Fahrerin von der Meusdorfer Straße auf die Arno-Nitzsche-Straße abbiegen wollte, ihn übersah und umfuhr. Dadurch verletzte sich der Radfahrer. Die Pkw-Fahrerin entfernte sich, ohne ihre Personaldaten bekannt zu geben, von der Unfallstelle.
Nun ermittelt die Polizei wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und bittet Bürger, die Hinweise zum Unfallhergang oder zum Unfallfahrzeug geben können, sich bei der Leipziger Verkehrspolizeiinspektion, Hans-Driesch-Straße 01, Telefon (0341) 4483 835 zu melden. (Bria) <Schallplatte>Das Fahren auf Radwegen erhöht die Gefahr, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, erheblich. DDie Gründe dafür sind vielfältig, ein wesentlicher dürfte sein, dass man außerhalb des Wahrnehmungsbereichs der anderen Verkehrsteilnehmer unterwegs ist.</Schallplatte>
Dienstag, 6. Oktober 2009
Aus dem gestrigen Polizeibericht: Schwerer Unfall
Eine 22-jährige Radfahrerin wurde heute gegen 08.35 Uhr im Kreuzungsbereich Käthe-Kollwitz-Straße/Friedrich-Ebert-Straße im Zentrum Leipzig von einem 26–jährigen LKW-Fahrer erfasst und schwerstverletzt. Der LKW-Fahrer fuhr in stadtwärtige Richtung auf dem rechten Fahrstreifen, um nach freigegebener Ampelschaltung rechts abzubiegen. Neben ihm hat vermutlich die 22-Jährige gestanden, in der Absicht, die Käthe-Kollwitz-Straße geradeaus in stadtwärtige Richtung zu befahren. Während der 26-Jährige rechts abbog, übersah er offenbar die Radlerin, welche zu Fall kam, vom LKW erfasst und schwer verletzt wurde. Der Kreuzungsbereich musste für längere Zeit gesperrt werden. Rettungskräfte bemühten sich um die junge Frau, die sofort in eine Klinik eingeliefert wurde. Auch der LKW-Fahrer musste mit einem schweren Schock in eine Klinik verbracht werden. Zum Unfallhergang dauern die Ermittlungen noch an. In diesem Zusammenhang bittet die Verkehrspolizei um Mithilfe.
Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang, insbesondere zur Ampelschaltung und der Situation kurz vor dem Unfall, machen können, werden gebeten, sich bei der VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835, zu melden. (FiA)
Was leider in den entsprechenden Unfallmeldungen nie thematisiert wird, ist die Frage, wie die Radfahrer überhaupt in den toten Winkel gelangen konnten: Auf Radstreifen und -wegen sind solche Abbiegeunfälle vorprogrammiert, weil geradeausfahrende Radfahrer rechts neben rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen geführt werden – so auch in der Käthe-Kollwitz-Straße an der betreffenden Kreuzung.
Leider hat diese Nicht-Thematisierung auch zur Folge, dass das Problem nur symptomatisch behandelt wird: Für LKW werden Zusatzspiegel gefordert, die auch der beste und erfahrenste Fahrzeugführer gar nicht alle auf einmal überblicken kann (und die die Sicht nach vorne einschränken). Die Forderung, Rechtsabbieger nicht links neben Geradeausfahrer zu lassen, ist nirgends zu lesen, obwohl sie das Problem viel nachhaltiger beseitigen würde.
Dazu passt auch, dass die Gefahren von Radverkehrsanlagen weitgehend unbekannt sind. Dabei haben Radfahrer auf Hochbord-Radwegen ein bis zu zwölfaches Unfallrisiko im Vergleich zum Fahren auf der Fahrbahn. Für Radstreifen fehlen (noch) vergleichbare Untersuchungen, sie sind allerdings deutlich sicherer als “normale” Radwege. Ob sie das Sicherheitsniveau der Fahrbahn erreichen, wage ich aber angesichts solcher Unfälle wie dem beschriebenen zu bezweifeln.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Radfahrerin schnell erholt.
Ach ja: Die LVZ berichtet heute auch auf der lokalen Titelseite. Außerdem hat es gestern wohl einen weiteren Unfall mit Radfahrerbeteiligung gegeben: Ein 68-Jähriger war wohl auf dem Radweg in der Brandenburger Straße in die falsche Richtung unterwegs und wurde dann an der Kreuzung Lagerhofstraße von einem Renaultfahrer erfasst. Der Radfahrer wurde schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Zwölfaches Unfallrisiko, sage ich nur – das trifft nämlich für das linksseitige Fahren auf Hochbordradwegen zu.
Donnerstag, 10. September 2009
…denn sie verleiten und/oder zwingen Radfahrer dazu, viel zu nah an haltenden Autos vorbeizufahren. Warum das gefährlich ist? Deswegen z. B.: Beim Aussteigen Kopf nicht vergessen
Die beiden folgenden Fälle verdeutlichen, dass es für Autofahrer besonders wichtig ist, vor dem Öffnen der Fahrzeugtür auf Radfahrer zu achten.
Am Dienstagabend befuhr ein Radfahrer (29) den Radweg der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Innenstadt. Plötzlich öffnete eine 22-Jährige die Tür ihres Fords, um auszusteigen. Der Radfahrer konnte nicht rechtzeitig reagieren, prallte gegen die Tür und verletzte sich dabei leicht. Die Tür wurde beschädigt.
Ein ähnlicher Unfall ereignete sich gestern Vormittag, gegen 10.00 Uhr, auf der Arno-Nitzsche-Straße bei dem sich ein Rentner (72) am Oberkörper leicht verletzte. Der Mann befuhr mit seinem Drahtesel den Radweg in östliche Richtung. Zur gleichen Zeit hielt ein Volvo am Straßenrand, aus dem ein 50-Jähriger auf der Beifahrerseite ausstieg. Auch in diesem Fall war ein Zusammenstoß unvermeidbar.
Sowohl gegen die 22-jährige Ford-Fahrerin als auch gegen den 50-jährigen Beifahrer ergehen Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Missachtung der Sorgfaltsplicht beim Aussteigen sowie Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. (DaK)
Quelle: Pressemeldung der PD Leipzig Einen Meter Abstand sollte man als Radfahrer mindestens zu parkenden Autos halten (Autotüren sind meist noch breiter als einen Meter, aber so hat man wenigstens ansatzweise die Chance, zu reagieren). Radwege und -streifen – wie in der Liebknechtstraße – machen das oft unmöglich, weil sie viel näher an Parkstreifen geführt werden.
Montag, 6. April 2009
Aus dem Polizeibericht vom Freitag: Falsch abgebogen
Durch verbotswidriges Abbiegen nach rechts von der Eutritzscher Straße in die Roscherstraße, Leipzig-Mitte, hatte ein Autofahrer oder eine Autofahrerin gestern Nachmittag einen Unfall verursacht. Eine Fahrradfahrerin (27) fuhr gegen 16:00 Uhr auf dem Radweg der Eutritzscher Straße in stadteinwärtiger Richtung. Kurz bevor die junge Frau die Roscherstraße überqueren wollte, bemerkte sie den nach rechts abbiegenden Pkw. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, bremste sie ihr Mountainbike stark ab. Auf Grund dessen stürzte die Radlerin über den Lenker auf die Fahrbahn. Vom Sturz benommen konnte sie gerade noch erkennen, wie der unbekannte Fahrzeuglenker pflichtwidrig seine Fahrt fortsetzte. Ein anderer Fahrradfahrer kümmerte sich dann um die verletzte Frau und barg auch deren Rad von der Straße. Die 27-Jährige verständigte dann die Polizei und gab an, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen grauen oder silberfarbenen Pkw Kombi gehandelt haben könnte. Die Polizei bittet Bürger, die das Unfallgeschehen beobachtet haben und Hinweise zur Fahrerin oder des Fahrers sowie zum Pkw-Typ geben können, sich bei der Verkehrspolizei in der Hans-Driesch-Straße 1, Telefon (0341) 966 44835 zu melden. (Hö) Trotz des Verbots des Rechtsabbiegens ein typischer Radwegunfall: Rechts neben der Fahrbahn werden Radfahrer von (abbiegenden) Autofahrern kaum noch wahrgenommen.
Montag, 16. März 2009
Aus der LVZ vom Samstag: Neun Personen kamen im Vorjahr auf Leipzigs Straßen bei 14 700 Verkehrsunfällen ums Leben, 2200 wurden zum Teil schwer verletzt. Diese Bilanz zog Polizeihauptkommissar Mario Gödt auf der Jahreshauptversammlung der Messestadt Verkehrswacht. Damit gab es zwar 2008 mit neun Todesopfern die geringste Anzahl im zurückliegenden Jahrzehnt, doch das seien eben immer noch neun zu viel gewesen, erklärt Gödt.
1999 verunglückten noch 23 Verkehrsteilnehmer in Leipzig tödlich, in den Jahren 2000 und 2001 jeweils 22 Männer und Frauen.
Besorgniserregend habe sich das Verhalten der Radfahrer entwickelt. „Sie waren allein an 1165 Unfällen beteiligt und verursachten 56,5 Prozent davon selbst“, so der Polizeihauptkommissar. Komisch, vor fast genau einem Jahr habe ich einen ähnlichen Artikel schon einmal zerpflückt. Dazugelernt hat seitdem anscheinend keiner der Beteiligten.
"Jedes Jahr aufs Neue: Radfahrer sind selbst schuld!" vollständig lesen
Samstag, 21. Februar 2009
Es folgt eine Meldung aus dem Polizeibericht vom Dienstag.
Schwerer Unfall in Thekla
Am heutigen Morgen, kurz vor 07:00 Uhr, befuhr ein bislang unbekannter Fahrer mit einem weißen oder hellfarbenen Kleintransporter die Taucher Straße in Thekla in stadtauswärtiger Richtung. Nach der Einmündung Wodanstraße auf der Brücke über die BAB 14 versuchte der Fahrer eine in gleicher Richtung fahrende 55-jährigen Fahrradfahrerin zu überholen und touchierte sie, so dass die Leipzigerin zu Fall kam. Der Fahrer des Kleintransporters kam seinen Pflichten nicht nach und setzte sein Fahrt in Richtung Taucha fort. Eine Suche im Bereich blieb erfolglos. Die Frau musste zur weiteren medizinischen Behandlung ins Klinikum St. Georg verbracht werden. Sie erlitt durch den Unfall schwerste aber nicht lebensgefährliche Kopfverletzungen.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeugen. Diese wenden sich bitte an die VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (Schm) Die Polizei sucht noch immer Zeugen für diesen Unfall
Donnerstag, 20. November 2008
Die Polizei bittet um Mithilfe — gleich wegen zwei Unfällen, bei denen Radfahrer verletzt wurden: Zeugenaufruf zu Fahrerflucht
Dem Fahrer einer stadtauswärts fahrenden Straßenbahn fiel heute Nacht, gegen 00:30 Uhr, auf der Karl-Heine-Straße/Plagwitzer Brücke, ein heller Kleinwagen mit stark beschädigter Frontscheibe und eingedrücktem Dach auf. Kurz darauf sah er einen Fahrradfahrer auf der Straße liegen. Fast zeitgleich kam eine Taxifahrerin (28) gefahren, die Erste Hilfe leistete und die Polizei verständigte. Der Radler, ein 29-jähriger Leipziger, musste mit Schädelprellung und Schürfwunden in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Er war in stadteinwärtiger Richtung unterwegs, als er von dem Fahrer des Pkw erfasst wurde und auf die Motorhaube schleuderte. Dabei wurden Frontscheibe und Dach beschädigt. Ohne sich um den Verletzten zu kümmern, entfernte sich der Pkw-Fahrer pflichtwidrig vom Unfallort. Bei der Überprüfung des Rades durch Polizeibeamte stellte sich heraus, dass die Beleuchtungseinrichtung defekt ist, also der Mann ohne Licht unterwegs war.
Zu diesem Unfall sucht die Polizei dringend Zeugen, die Hinweise sowohl zum Unfallhergang als auch zum beteiligten Fahrer sowie Fahrzeug, bei dem es sich vermutlich um einen silberfarbenen oder grauen Pkw Opel Corsa gehandelt haben soll, geben können. Diese melden sich bitte bei der Leipziger Verkehrspolizei in der Hans-Driesch-Straße 1, Telefon (0341) 44 83 835. (Hö)
Zeugenaufruf zu Unfall zwischen Radfahrer und Lkw
Am 18.11.2008 wurden Polizeibeamte zu einem Unfall in die Zschochersche Straße gerufen. Dort war es gegen 18:30 Uhr in Höhe Lauchstädter Straße zu einem Zusammenstoß zwischen einem Radler und einem Lkw gekommen. Der Fahrer (33) eines weißen Lkw MAN befuhr die Zschochersche Straße stadteinwärts und musste dann wegen des Fahrgastwechsels an der dortigen Straßenbahnhaltestelle verkehrsbedingt halten. Beim Anfahren kam es dann offensichtlich zur Kollision. Er bemerkte den Anprall vorn, hielt sofort an und stieg aus. Dann sah er unter dem Frontbereich seines Lkw einen Mann mit Rad liegen, der Verletzungen am Kopf hatte. Er und andere Passanten leisteten Erste Hilfe und riefen Rettungswagen und Polizei. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Gegen den 33-jährigen Mann aus Ostfriesland wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.
Auch zu diesem Unfall sucht die Polizei Zeugen. Bürger, die Angaben zum bisher nicht genau geklärten Unfallhergang machen können, wenden sich bitte an die Beamten der Leipziger Verkehrspolizei, Telefon (0341) 44 83 835. (Hö)
Dienstag, 21. Oktober 2008
Wieder keine positiven Nachrichten, nur weitere Beispiele dafür, dass Radfahrer neben der Fahrbahn nicht oder zu spät wahrgenommen werden.
Fall 1: Radfahrerin auf Radweg übersehen, Kollision und Unfallflucht: Fahrerflucht nach Verkehrsunfall
Am gestrigen Tag, dem 20.10.2008 gegen 09:10 Uhr, befuhr eine 21-jährige Radfahrerin in Leipzig-Möckern den Radweg der Slevogtstraße in stadteinwärtiger Richtung und hatte die Absicht, die Diderotstraße zu überqueren. Zeitgleich befuhr ein Pkw die Diderotstraße und bog nach links in die Slevogtstraße ab. Dabei bislang unbekannter übersah die Fahrerin des Pkw offensichtlich die Radfahrerin, so dass es zum Zusammenstoß zwischen beiden kam, wobei die Geschädigte über die Motorhaube des Pkw auf die Straße fiel. Sie erlitt leichte Verletzungen, welche vor Ort ambulant behandelt werden konnten. Die Fahrerin des Pkw hingegen dachte offensichtlich nicht daran, sich um die verletzte Radfahrerin zu kümmern sowie ihren weiteren Pflichten nachzukommen und entfernte sich vom Unfallort.
Die Polizei sucht nun Zeugen zum Unfall. Diese wenden sich bitte an die VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 1 in 04179 Leipzig, Telefon (0341) 4483 835. (Schm)
(Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Leipzig)
Fall 2: Radfahrerin auf Radstreifen übersehen, Kollision und Unfallflucht: Vom Unfallort unerlaubt entfernt …
… hatte sich am 16.10.2008, gegen 20:30 Uhr, der Fahrer eines Lkw mit Anhänger. Dieser befuhr die Richard-Lehmann-Straße im Leipziger Süden stadteinwärts und hatte die Absicht, nach rechts in die Karl-Liebknecht-Straße abzubiegen. Dort beachtete er offenbar eine Radfahrerin (31) nicht, die auf dem Radweg Richard-Lehmann-Straße fuhr und die Karl-Liebknecht-Straße überqueren wollte. Es kam zum Zusammenprall – die Frau stürzte und verletzte sich. Der Lkw-Fahrer dachte jedoch nicht daran, seinen ureigensten Pflichten nachzukommen, sondern fuhr einfach weiter. Die 31-jährige Leipzigerin musste ärztlich versorgt werden. Am Fahrrad entstand Schaden in Höhe von etwa 100 Euro.
Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zum Verkehrsunfall, besonders aber zum Fahrverhalten der Radfahrerin und des Lkw-Fahrers, machen können, sich bei der Verkehrsunfallaufnahme in der Hans-Driesch-Straße 1, Telefon (0341) 4 48 36 10 zu melden. (Hö)
(Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Leipzig) (Die Polizei hat wie üblich leichte Probleme mit der Unterscheidung zwischen Radwegen und Radstreifen. Ist ja aber auch kompliziert und wird in der Unfallstatistik meines Wissens nach auch nicht unterschieden.)
Ich kann’s nicht oft genug wiederholen: Radwege und -streifen sind an Kreuzungen lebensgefährlich.
Mittwoch, 1. Oktober 2008
Immer wieder sehe ich Radfahrer, die förmlich an geparkten Autos “kleben”, also mit sehr wenig Abstand an ihnen vorbeifahren. Das ist nicht nur verboten, sondern regelrecht gefährlich. Zwei traurige Beispiele dafür gab es in dieser Woche in Leipzig. Am 30.09.2008 gegen 14:30 Uhr parkte der Fahrer eines Pkw Ford sein Fahrzeug am Fahrbahnrand der Kochstraße. Beim Öffnen der Fahrertür konnte eine 28-jährige Radfahrerin, welche die Kochstraße in südwestlicher Richtung befuhr, dieser nicht mehr ausweichen und kam es zum Zusammenstoß. Dabei kam die Radfahrerin zu Fall und wurde in der Folge durch den herbeigerufenen Rettungsdienst zur ambulanten Behandlung ins Universitätsklinikum verbracht. (Schm)
(Quelle: Polizeibericht vom 01.10.2008) Radler kracht gegen Autotür
Der Fahrer (21) eines Pkw Fuji Heavy stellte sein Fahrzeug am 28.09.2008, gegen 11:00 Uhr, am rechten Fahrbahnrand in der Ludwig-Beck-Straße ab. Beim Öffnen seiner Tür passierte es dann: Er schaute nicht nach hinten und übersah so einen Radfahrer (27), der dagegen krachte, stürzte und Verletzungen davon trug. Sowohl an dessen weißen Rennrad als auch am Legecy entstand Schaden – insgesamt 800 Euro. Gegen den Pkw-Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. (Hö)
(Quelle: Polizeibericht vom 29.09.2008) Deswegen die dringende Empfehlung, mindestens einen Meter Abstand (vom rechten Lenkerrand!) zu parkenden Fahrzeugen zu halten. Das erhöht die Chancen, plötzlich auftauchenden Autotüren ausweichen zu können.
Donnerstag, 28. August 2008
Ich hätte nicht gedacht, schon so bald wieder über einen Abbiegeunfall an einem Radstreifen berichten zu müssen. Aus dem heutigen Polizeibericht: Radlerin im Krankenhaus
Mit schweren Verletzungen nach einem Verkehrsunfall mit einem Pkw liegt jetzt eine Leipzigerin (54) in einem Krankenhaus. Die Frau fuhr gestern Nachmittag, gegen 15:30 Uhr, auf dem Täubchenweg stadtauswärts. Der Fahrer (28) eines Pkw Ford war in gleicher Richtung unterwegs, wollte jedoch nach rechts in die Kippenbergstraße abbiegen. Er übersah dabei die Fahrradfahrerin und touchierte mit ihr seitlich. Die Frau stürzte, erlitt so ein Schädelhirntrauma und mehrere Prellungen. An den Fahrzeugen entstand Schaden in Höhe von etwa 1.000 Euro. Gegen den Fordfahrer wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. (Hö) Radstreifen sind nun mal in den meisten Fällen kein brauchbarer Ersatz für die noch gefährlicheren Hochbord-Radwege. Die Unfallstelle am Täubchenweg Ecke Kippenbergstraße ist sogar eine besondere Falle: Der Radstreifen hört stadtauswärts nämlich genau an der Kreuzung auf. Damit fehlt eine Furtmarkierung, die Autofahrern wenigstens einen kleinen Hinweis liefern könnte, dass rechts neben ihnen noch etwas sein könnte.
Ein anderes Thema, auch dem heutigen Polizeibericht entnommen: Gar keinen Respekt zeigte ein unbekannter Radfahrer: Radler geflüchtet, Beamter verletzt
Am 27.08.2008 bemerkte ein Polizeibeamter (37) der Verkehrspolizei gegen 21:00 Uhr einen Fahrradfahrer, der ohne Licht unterwegs war. Er stoppte den Mann auf der E.Grieg/Anton-Bruckner-Allee, Leipzig-Mitte. Doch der Radler versuchte sofort, sich seiner Kontrolle durch Flucht zu entziehen. Dabei fuhr er den Beamten an und verletzte ihn am rechten Bein. Der 37-Jährige musste ärztlich versorgt werden. Die Ermittlungen dazu laufen. (Hö) Mir fehlen die Worte.
Dienstag, 26. August 2008
Nach sehr langer (studienbedingter) Pause endlich wieder ein Eintrag hier. Leider kein sehr schöner, ist der Anlass doch eine schwer verletzte Radfahrerin: Radlerin erfasst — schwer verletzt
Der Fahrer (71) eines Pkw Peugeot fuhr am 25.08.2008, gegen 14:30 Uhr, aus der Ausfahrt des Ostfriedhofes. Er wollte nach rechts auf die Zweinaundorfer Straße abbiegen. Dort kam es zum Erfassen einer Radfahrerin (43), die zwar auf dem Radweg, aber in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Die Leipzigerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Am Auto und am Fahrrad entstand Schaden in Höhe von etwa 1.300 Euro. Gegen den 71-Jährigen wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. (Hö)
(aus dem Polizeibericht von heute) Radwege sind schon gefährlich, wenn man sie auf der rechten Straßenseite befährt. Ist man links unterwegs, hat man an Kreuzungen gegenüber dem Fahrbahnfahren ein zwölffaches! Unfallrisiko. Geisterradeln — ob zulässig oder wie hier nicht — ist also eine gefährliche Angelegenheit, von der ganz dringend abzuraten ist.
Freitag, 25. Juli 2008
Dass Hochbordradwege gefährlich sind, ist inzwischen selbst beim ADFC und den meisten Verkehrswissenschaftlern unumstritten. Als Lösung werden oft Radstreifen propagiert, weil die näher an der Fahrbahn sind und Radfahrer auf ihnen besser wahrgenommen werden. Aber auch auf diesen Streifen werden Radfahrer an den Rand der Wahrnehmung gedrängt. Beispiel gefällig? Geburtstagsfeier wird wohl verlegt
Die junge Leipzigerin (21) lenkte ihren Daihatsu Charade gestern Nachmittag (gegen 17.00 Uhr) entlang der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Markkleeberg. An der Kreuzung mit der Richard-Lehmann-Straße bog sie nach links ab. Dabei übersah sie leider eine Radfahrerin, welche den stadteinwärtigen Radweg nutzte. Die Radlerin konnte weder ausweichen, noch rechtzeitig stoppen. Sie stieß gegen den vorderen rechten Kotflügel und stürzte – ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag. Ihre erlittenen Verletzungen (Schnittwunden am Kinn, Prellungen und Hautabschürfungen) machten eine stationäre Krankenhausaufnahme notwendig. Die 21-Jährige muss sich nunmehr wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. (Loe)
(Quelle: Polizeidirektion Leipzig) “Radweg” ist leicht flasch, in der Liebknechtstraße gibt es “nur” Radstreifen.
Leider gibt es zur Verkehrssicherheit von Radstreifen kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Belegt ist nur, dass die seitlichen Überholabstände der Autos zu den Radfahrern sinken. Das ist auch der Grund (neben ein paar anderen), weshalb ich solche Streifen gar nicht mag (Die meisten Radfahrer sehen das anders. Ich mag aber lieber echte statt gefühlte Sicherheit).
Ein fast ganz anderes Thema, auch aus dem gestrigen Polizeibericht: Bei Rot über eine Ampel zu fahren, ist selten eine wirklich gute Idee. Meist passiert nichts, aber manchmal: Wissen macht Au!
Am frühen Mittwochabend wurde eine weitere Radlerin (41) schwer verletzt, wobei sie den Unfall selbst verursachte. Die Frau befuhr den Radweg an der Adenauerallee in Richtung Paunsdorf und wollte gegen 19.00 die Volksgartenstraße queren. Wahrscheinlich kennt sie die Kreuzung und die dortigen Verkehrsverhältnisse gut, denn ihre Wohnung befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt. Und weil „gestern auch keiner kam”, fuhr sie trotz roter Ampel weiter. Eine verhängnisvolle Entscheidung. An der Ampel hatte ausnahmsweise der Fahrer (66) eines Opel Vectra auf grünes Licht gewartet. Als es endlich aufleuchtete, fuhr er an und traf die 41-Jährige frontal. Mit Prellungen und Stauchungen musste sie anschließend in ein Krankenhaus verbracht werden. Glücklicherweise kam es zu keinen schlimmeren Folgen. Obwohl schuldlos, war der Opelfahrer sichtlich über den Unfall schockiert. Eine Zeugenvernehmung war daher nicht möglich.
Fazit: Beim Aufstellen der Ampelanlage hat jemand offenbar nachgedacht. (Loe)
Ich reiche noch zwei Unfälle aus der vergangenen Woche nach. Die Polizeidirektion Leipzig berichtete am Freitag: Unachtsam Tür geöffnet
Am 25.06.08, gegen 13.44 Uhr stürzte eine Radfahrerin im Stadtteil Reudnitz-Thonberg und verletzte sich schwer. Die 23-Jährige befuhr den Radweg der Stötteritzer Straße in östliche Richtung. In Höhe eines Altersheims fuhr sie an einem, zwischen Bäumen parkenden PKW vorbei. Plötzlich öffnete der unbekannte Fahrer die Tür, wodurch die Radfahrerin zu Fall kam. Nachdem sich der Fahrer entschuldigte, flüchtete er ohne seinen Namen zu hinterlassen. Auf Grund ihrer schweren Verletzungen an Schulter und Becken wurde die Radfahrerin stationär aufgenommen. Die Verkehrspolizei sucht nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallgeschehen geben können. Insbesondere wird ein Fahrer einer M-Klasse gesucht. Dieser hatte der jungen Frau Hilfe angeboten. Hinweise bitte an die VPI, Hans-Driesch-Straße 1, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (DaK) Radwege sind nicht nur an Einmündungen und Kreuzungen verdammt gefährlich, auch dazwischen bieten sie keinen Sicherheitsvorteil. Gründe dafür gibt es viele, einer davon ist, dass Radwege oft viel zu nah an parkenden Autos vorbei geführt werden. Radfahrer haben dann keine Chance, einer plötzlich geöffneten Tür auszuweichen.
Bleibt noch anzumerken, dass solche Unfälle auch zu den häufigsten bei Fahrbahnnutzung gehören. Dort könnten Radfahrer aber einiges dazu beitragen, um solche Unfälle zu vermeiden: Sie müssten einfach — wie vorgeschrieben — ausreichend Abstand zu den parkenden Autos halten.
Ein weiterer Unfall wurde von einem (offenbar) Rüpel-Radler verursacht: 72-Jährige bei Unfall schwer verletzt
In der Mittagszeit (12.50 Uhr) des 03.07.08 ereignete sich an der Kreuzung Gerberstraße Ecke Tröndlinring ein Verkehrsunfall. Eine 72-jährige Fußgängerin überquerte bei „Grün” die Fahrbahn der Gerberstraße vom Hauptbahnhof kommend in Richtung Naturkundemuseum. In Höhe der Mittelinsel wurde die Seniorin von einem unbekannten Radfahrer von hinten erfasst. Durch den Aufprall kamen beide zu Fall. Als die 72-Jährige die Polizei rufen wollte, ergriff der Radfahrer die Flucht. Für die Fußgängerin musste ein Rettungswagen gerufen werden. Sie hatte sich beim Sturz den linken Arm gebrochen. Die Verkehrspolizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zum Unfallgeschehen und/oder zum Radfahrer geben können. Hinweise bitte an die VPI, Hans-Driesch-Straße 1, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (DaK) Auch wenn’s mit diesem Unfall nichts zu tun hat: Die Ecke ist für Radfahrer ziemlich bescheiden gelöst: Den Ring dürfen sie zwar benutzen (wenn sie 40 km/h fahren können), brauchen dafür aber viel Selbstbewusstsein. Als Auswege bleiben nur ein Fußweg oder Ampel-Überquer-Orgien. Frust darüber ist natürlich trotzdem kein Grund, Fußgänger über den Haufen zu fahren.
Freitag, 11. Juli 2008
Fixies sind Fahrräder mit starrer Nabe, im Gegensatz zu gewöhnlichen Fahrrädern haben sie also keinen Freilauf. Sie kommen vom Bahnradsport — dort wird auf jeden Schnickschnack verzichtet, um Gewicht zu sparen. So fehlen meist auch Bremsen, schließlich lässt sich mit Hilfe des Antriebs bremsen. Keine Ahnung, ob damit ein ausreichend kurzer Bremsweg erreicht werden kann — auf der Straße anscheinend nicht immer. Aus dem Polizeibericht von gestern: Auch noch vor dem Ordnungsamt!
Unfallort: Prager Straße/Gerichtsweg, 04103 Leipzig
Unfallzeit: 09.07.2008, gegen 22.50 Uhr
Das bei Weitem nicht alle Fahrräder den Bestimmungen der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprechen ist zwar traurig, aber auch nicht neu. Doch manchmal fehlen Polizisten die Worte.
Am gestrigen Abend querten drei Radler (m, 22/26/27) in Höhe des Ordnungsamtes die Prager Straße. Sie fuhren verkehrsgerecht hintereinander in Richtung Reudnitz. Auf der Prager Straße war zu diesem Zeitpunkt ein vierter Fahrradfahrer (19) in Richtung Probstheida unterwegs. Bei seinem Drahtesel handelte es sich allerdings um ein reines Sportgerät für Verfolgungsrennen auf Radkampfbahnen. Solche Gefährte zeichnen sich bekanntlich durch spartanische Ausstattung aus – keine Lichttechnik, keine Bremsen und kein Rücktritt. Ergänzt durch die zügige Fahrweise war es dem 19-Jährigen natürlich unmöglich, die für ihn geltende rote Ampel zu beachten. Und so rauschte er direkt in die kleine Kolonne der drei querenden Radler. Durch die Kollision mit dem Mittleren (27) zog sich der junge Verursacher nur Schürfwunden und Prellungen zu. Der Geschädigte (27) erlitt hingegen Kopfverletzungen, die eine stationäre Krankenhausaufnahme erforderten. (Loe) Wobei ich hier ja eher die Fahrweise des 19-Jährigen als die Tatsache, dass er mit einem Fixie unterwegs war, als unfallursächlich ansehen würde.
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