Dass Hochbordradwege gefährlich sind, ist inzwischen selbst beim ADFC und den meisten Verkehrswissenschaftlern unumstritten. Als Lösung werden oft Radstreifen propagiert, weil die näher an der Fahrbahn sind und Radfahrer auf ihnen besser wahrgenommen werden. Aber auch auf diesen Streifen werden Radfahrer an den Rand der Wahrnehmung gedrängt. Beispiel gefällig?
Geburtstagsfeier wird wohl verlegt
Die junge Leipzigerin (21) lenkte ihren Daihatsu Charade gestern Nachmittag (gegen 17.00 Uhr) entlang der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Markkleeberg. An der Kreuzung mit der Richard-Lehmann-Straße bog sie nach links ab. Dabei übersah sie leider eine Radfahrerin, welche den stadteinwärtigen Radweg nutzte. Die Radlerin konnte weder ausweichen, noch rechtzeitig stoppen. Sie stieß gegen den vorderen rechten Kotflügel und stürzte – ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag. Ihre erlittenen Verletzungen (Schnittwunden am Kinn, Prellungen und Hautabschürfungen) machten eine stationäre Krankenhausaufnahme notwendig. Die 21-Jährige muss sich nunmehr wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. (Loe)
(Quelle: Polizeidirektion Leipzig)
“Radweg” ist leicht flasch, in der Liebknechtstraße gibt es “nur” Radstreifen.
Leider gibt es zur Verkehrssicherheit von Radstreifen kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Belegt ist nur, dass die seitlichen Überholabstände der Autos zu den Radfahrern sinken. Das ist auch der Grund (neben ein paar anderen), weshalb ich solche Streifen gar nicht mag (Die meisten Radfahrer sehen das anders. Ich mag aber lieber echte statt gefühlte Sicherheit).
Ein fast ganz anderes Thema, auch aus dem gestrigen Polizeibericht: Bei Rot über eine Ampel zu fahren, ist selten eine wirklich gute Idee. Meist passiert nichts, aber manchmal:
Wissen macht Au!
Am frühen Mittwochabend wurde eine weitere Radlerin (41) schwer verletzt, wobei sie den Unfall selbst verursachte. Die Frau befuhr den Radweg an der Adenauerallee in Richtung Paunsdorf und wollte gegen 19.00 die Volksgartenstraße queren. Wahrscheinlich kennt sie die Kreuzung und die dortigen Verkehrsverhältnisse gut, denn ihre Wohnung befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt. Und weil „gestern auch keiner kam”, fuhr sie trotz roter Ampel weiter. Eine verhängnisvolle Entscheidung. An der Ampel hatte ausnahmsweise der Fahrer (66) eines Opel Vectra auf grünes Licht gewartet. Als es endlich aufleuchtete, fuhr er an und traf die 41-Jährige frontal. Mit Prellungen und Stauchungen musste sie anschließend in ein Krankenhaus verbracht werden. Glücklicherweise kam es zu keinen schlimmeren Folgen. Obwohl schuldlos, war der Opelfahrer sichtlich über den Unfall schockiert. Eine Zeugenvernehmung war daher nicht möglich.
Fazit: Beim Aufstellen der Ampelanlage hat jemand offenbar nachgedacht. (Loe)