Dienstag, 27. Oktober 2009
Zwei Meldungen aus dem heutigen Polizeibericht: Radfahrerin übersehen
Offenbar übersehen wurde eine 48-jährige Radfahrerin, als sie am gestrigen Morgen, gegen 07.30 Uhr, den Radweg An der Tabaksmühle in westliche Richtung entlang fuhr. Die 51-jährige Fahrerin eines Toyotas verließ zum gleichen Zeitpunkt den Parkplatz an der Straße des 18. Oktobers gegenüber vom Völkerschlachtdenkmal, um dann nach rechts ebenfalls in westliche Richtung abzubiegen. Dabei überquerte sie den Radweg, auf welchem allerdings die 48-Jährige fuhr. Deren Vorfahrt hätte die PKW-Fahrerin beachten müssen. Es kam zum Zusammenstoß, wobei sich die Radlerin im Gesicht verletzte und in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Am Fahrrad und am Fahrzeug entstand Sachschaden, der auf insgesamt 800 Euro geschätzt wird. (FiA)
Zeugenaufruf
Am 16.10.2009 kam es gegen 15.00 Uhr in der Arno-Nitzsche-Straße/Ecke Meusdorfer Straße zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Radfahrer (73) verletzt wurde. Der 73-jährige fuhr mit seinem Fahrrad auf dem Radweg Arno-Nitzsche-Straße in Richtung Völkerschlachtdenkmal, als eine Pkw-Fahrerin von der Meusdorfer Straße auf die Arno-Nitzsche-Straße abbiegen wollte, ihn übersah und umfuhr. Dadurch verletzte sich der Radfahrer. Die Pkw-Fahrerin entfernte sich, ohne ihre Personaldaten bekannt zu geben, von der Unfallstelle.
Nun ermittelt die Polizei wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und bittet Bürger, die Hinweise zum Unfallhergang oder zum Unfallfahrzeug geben können, sich bei der Leipziger Verkehrspolizeiinspektion, Hans-Driesch-Straße 01, Telefon (0341) 4483 835 zu melden. (Bria) <Schallplatte>Das Fahren auf Radwegen erhöht die Gefahr, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, erheblich. DDie Gründe dafür sind vielfältig, ein wesentlicher dürfte sein, dass man außerhalb des Wahrnehmungsbereichs der anderen Verkehrsteilnehmer unterwegs ist.</Schallplatte>
Dienstag, 6. Oktober 2009
Aus dem gestrigen Polizeibericht: Schwerer Unfall
Eine 22-jährige Radfahrerin wurde heute gegen 08.35 Uhr im Kreuzungsbereich Käthe-Kollwitz-Straße/Friedrich-Ebert-Straße im Zentrum Leipzig von einem 26–jährigen LKW-Fahrer erfasst und schwerstverletzt. Der LKW-Fahrer fuhr in stadtwärtige Richtung auf dem rechten Fahrstreifen, um nach freigegebener Ampelschaltung rechts abzubiegen. Neben ihm hat vermutlich die 22-Jährige gestanden, in der Absicht, die Käthe-Kollwitz-Straße geradeaus in stadtwärtige Richtung zu befahren. Während der 26-Jährige rechts abbog, übersah er offenbar die Radlerin, welche zu Fall kam, vom LKW erfasst und schwer verletzt wurde. Der Kreuzungsbereich musste für längere Zeit gesperrt werden. Rettungskräfte bemühten sich um die junge Frau, die sofort in eine Klinik eingeliefert wurde. Auch der LKW-Fahrer musste mit einem schweren Schock in eine Klinik verbracht werden. Zum Unfallhergang dauern die Ermittlungen noch an. In diesem Zusammenhang bittet die Verkehrspolizei um Mithilfe.
Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang, insbesondere zur Ampelschaltung und der Situation kurz vor dem Unfall, machen können, werden gebeten, sich bei der VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835, zu melden. (FiA)
Was leider in den entsprechenden Unfallmeldungen nie thematisiert wird, ist die Frage, wie die Radfahrer überhaupt in den toten Winkel gelangen konnten: Auf Radstreifen und -wegen sind solche Abbiegeunfälle vorprogrammiert, weil geradeausfahrende Radfahrer rechts neben rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen geführt werden – so auch in der Käthe-Kollwitz-Straße an der betreffenden Kreuzung.
Leider hat diese Nicht-Thematisierung auch zur Folge, dass das Problem nur symptomatisch behandelt wird: Für LKW werden Zusatzspiegel gefordert, die auch der beste und erfahrenste Fahrzeugführer gar nicht alle auf einmal überblicken kann (und die die Sicht nach vorne einschränken). Die Forderung, Rechtsabbieger nicht links neben Geradeausfahrer zu lassen, ist nirgends zu lesen, obwohl sie das Problem viel nachhaltiger beseitigen würde.
Dazu passt auch, dass die Gefahren von Radverkehrsanlagen weitgehend unbekannt sind. Dabei haben Radfahrer auf Hochbord-Radwegen ein bis zu zwölfaches Unfallrisiko im Vergleich zum Fahren auf der Fahrbahn. Für Radstreifen fehlen (noch) vergleichbare Untersuchungen, sie sind allerdings deutlich sicherer als “normale” Radwege. Ob sie das Sicherheitsniveau der Fahrbahn erreichen, wage ich aber angesichts solcher Unfälle wie dem beschriebenen zu bezweifeln.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Radfahrerin schnell erholt.
Ach ja: Die LVZ berichtet heute auch auf der lokalen Titelseite. Außerdem hat es gestern wohl einen weiteren Unfall mit Radfahrerbeteiligung gegeben: Ein 68-Jähriger war wohl auf dem Radweg in der Brandenburger Straße in die falsche Richtung unterwegs und wurde dann an der Kreuzung Lagerhofstraße von einem Renaultfahrer erfasst. Der Radfahrer wurde schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Zwölfaches Unfallrisiko, sage ich nur – das trifft nämlich für das linksseitige Fahren auf Hochbordradwegen zu.
Donnerstag, 10. September 2009
…denn sie verleiten und/oder zwingen Radfahrer dazu, viel zu nah an haltenden Autos vorbeizufahren. Warum das gefährlich ist? Deswegen z. B.: Beim Aussteigen Kopf nicht vergessen
Die beiden folgenden Fälle verdeutlichen, dass es für Autofahrer besonders wichtig ist, vor dem Öffnen der Fahrzeugtür auf Radfahrer zu achten.
Am Dienstagabend befuhr ein Radfahrer (29) den Radweg der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Innenstadt. Plötzlich öffnete eine 22-Jährige die Tür ihres Fords, um auszusteigen. Der Radfahrer konnte nicht rechtzeitig reagieren, prallte gegen die Tür und verletzte sich dabei leicht. Die Tür wurde beschädigt.
Ein ähnlicher Unfall ereignete sich gestern Vormittag, gegen 10.00 Uhr, auf der Arno-Nitzsche-Straße bei dem sich ein Rentner (72) am Oberkörper leicht verletzte. Der Mann befuhr mit seinem Drahtesel den Radweg in östliche Richtung. Zur gleichen Zeit hielt ein Volvo am Straßenrand, aus dem ein 50-Jähriger auf der Beifahrerseite ausstieg. Auch in diesem Fall war ein Zusammenstoß unvermeidbar.
Sowohl gegen die 22-jährige Ford-Fahrerin als auch gegen den 50-jährigen Beifahrer ergehen Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Missachtung der Sorgfaltsplicht beim Aussteigen sowie Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. (DaK)
Quelle: Pressemeldung der PD Leipzig Einen Meter Abstand sollte man als Radfahrer mindestens zu parkenden Autos halten (Autotüren sind meist noch breiter als einen Meter, aber so hat man wenigstens ansatzweise die Chance, zu reagieren). Radwege und -streifen – wie in der Liebknechtstraße – machen das oft unmöglich, weil sie viel näher an Parkstreifen geführt werden.
Montag, 6. April 2009
Aus dem Polizeibericht vom Freitag: Falsch abgebogen
Durch verbotswidriges Abbiegen nach rechts von der Eutritzscher Straße in die Roscherstraße, Leipzig-Mitte, hatte ein Autofahrer oder eine Autofahrerin gestern Nachmittag einen Unfall verursacht. Eine Fahrradfahrerin (27) fuhr gegen 16:00 Uhr auf dem Radweg der Eutritzscher Straße in stadteinwärtiger Richtung. Kurz bevor die junge Frau die Roscherstraße überqueren wollte, bemerkte sie den nach rechts abbiegenden Pkw. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, bremste sie ihr Mountainbike stark ab. Auf Grund dessen stürzte die Radlerin über den Lenker auf die Fahrbahn. Vom Sturz benommen konnte sie gerade noch erkennen, wie der unbekannte Fahrzeuglenker pflichtwidrig seine Fahrt fortsetzte. Ein anderer Fahrradfahrer kümmerte sich dann um die verletzte Frau und barg auch deren Rad von der Straße. Die 27-Jährige verständigte dann die Polizei und gab an, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen grauen oder silberfarbenen Pkw Kombi gehandelt haben könnte. Die Polizei bittet Bürger, die das Unfallgeschehen beobachtet haben und Hinweise zur Fahrerin oder des Fahrers sowie zum Pkw-Typ geben können, sich bei der Verkehrspolizei in der Hans-Driesch-Straße 1, Telefon (0341) 966 44835 zu melden. (Hö) Trotz des Verbots des Rechtsabbiegens ein typischer Radwegunfall: Rechts neben der Fahrbahn werden Radfahrer von (abbiegenden) Autofahrern kaum noch wahrgenommen.
Montag, 9. Februar 2009
Auch wenn es hier im Blog in den vergangenen Wochen sehr ruhig war: Fahrrad wird in Leipzig natürlich dennoch gefahren.
Ganz einfach war das in den ersten Januarwochen aber nicht: Schnee und Eis sorgten für einige Rutschpartien. Darüber muss sich niemand aufregen, das gehört dazu und kann mit passenden Reifen relativ einfach abgestellt werden. Aufregung wert ist aber die Art und Weise, wie die Stadt in ihrer Winterdienstsatzung mit Radwegen umgeht. Die Regelung dort lässt sich mit “Radwege sind uns egal, nur wenn da auch Fußgänger drauf laufen dürfen, soll sich der Grundstückseigentümer kümmern” knapp und präzise zusammenfassen.
Das könnte mir egal sein, weil man einen vereisten Radweg nicht benutzen muss (und auch nicht sollte) — die Fahrbahn daneben ist ja meist gut geräumt und gepökelt. Aber: So eine Benutzungspflicht darf die Stadt nicht ohne Grund anordnen, nämlich nur dann, wenn das Fahren auf der Fahrbahn für Radfahrer zu gefährlich wäre. (Was in den allermeisten Fällen aber sowieso nicht zutrifft — auf Radwegen fahren ist gefährlicher als auf der Fahrbahn daneben.) Bei Schnee und Eis scheint das der Stadt auf einmal egal zu sein, die (oft sowieso eingebildete) Gefährdung von Radfahrern wird in Kauf genommen. Das belegt einmal mehr: Radwege dienen nicht dem Schutz der Radfahrer, sondern der (vermeintlichen) Beschleunigung des Kfz-Verkehrs.
Und nebenbei bemerkt: Viele Radwege sind noch immer nicht wieder benutzbar. Die einen, weil als Streugut eingesetzter Rollsplit für rutschige Erlebnisse sorgt, die anderen, weil sie noch immer Schneeberge beherbergen — über einen Monat nach dem Wintereinbruch in Leipzig.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Wieder keine positiven Nachrichten, nur weitere Beispiele dafür, dass Radfahrer neben der Fahrbahn nicht oder zu spät wahrgenommen werden.
Fall 1: Radfahrerin auf Radweg übersehen, Kollision und Unfallflucht: Fahrerflucht nach Verkehrsunfall
Am gestrigen Tag, dem 20.10.2008 gegen 09:10 Uhr, befuhr eine 21-jährige Radfahrerin in Leipzig-Möckern den Radweg der Slevogtstraße in stadteinwärtiger Richtung und hatte die Absicht, die Diderotstraße zu überqueren. Zeitgleich befuhr ein Pkw die Diderotstraße und bog nach links in die Slevogtstraße ab. Dabei bislang unbekannter übersah die Fahrerin des Pkw offensichtlich die Radfahrerin, so dass es zum Zusammenstoß zwischen beiden kam, wobei die Geschädigte über die Motorhaube des Pkw auf die Straße fiel. Sie erlitt leichte Verletzungen, welche vor Ort ambulant behandelt werden konnten. Die Fahrerin des Pkw hingegen dachte offensichtlich nicht daran, sich um die verletzte Radfahrerin zu kümmern sowie ihren weiteren Pflichten nachzukommen und entfernte sich vom Unfallort.
Die Polizei sucht nun Zeugen zum Unfall. Diese wenden sich bitte an die VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 1 in 04179 Leipzig, Telefon (0341) 4483 835. (Schm)
(Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Leipzig)
Fall 2: Radfahrerin auf Radstreifen übersehen, Kollision und Unfallflucht: Vom Unfallort unerlaubt entfernt …
… hatte sich am 16.10.2008, gegen 20:30 Uhr, der Fahrer eines Lkw mit Anhänger. Dieser befuhr die Richard-Lehmann-Straße im Leipziger Süden stadteinwärts und hatte die Absicht, nach rechts in die Karl-Liebknecht-Straße abzubiegen. Dort beachtete er offenbar eine Radfahrerin (31) nicht, die auf dem Radweg Richard-Lehmann-Straße fuhr und die Karl-Liebknecht-Straße überqueren wollte. Es kam zum Zusammenprall – die Frau stürzte und verletzte sich. Der Lkw-Fahrer dachte jedoch nicht daran, seinen ureigensten Pflichten nachzukommen, sondern fuhr einfach weiter. Die 31-jährige Leipzigerin musste ärztlich versorgt werden. Am Fahrrad entstand Schaden in Höhe von etwa 100 Euro.
Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zum Verkehrsunfall, besonders aber zum Fahrverhalten der Radfahrerin und des Lkw-Fahrers, machen können, sich bei der Verkehrsunfallaufnahme in der Hans-Driesch-Straße 1, Telefon (0341) 4 48 36 10 zu melden. (Hö)
(Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Leipzig) (Die Polizei hat wie üblich leichte Probleme mit der Unterscheidung zwischen Radwegen und Radstreifen. Ist ja aber auch kompliziert und wird in der Unfallstatistik meines Wissens nach auch nicht unterschieden.)
Ich kann’s nicht oft genug wiederholen: Radwege und -streifen sind an Kreuzungen lebensgefährlich.
Dienstag, 26. August 2008
Nach sehr langer (studienbedingter) Pause endlich wieder ein Eintrag hier. Leider kein sehr schöner, ist der Anlass doch eine schwer verletzte Radfahrerin: Radlerin erfasst — schwer verletzt
Der Fahrer (71) eines Pkw Peugeot fuhr am 25.08.2008, gegen 14:30 Uhr, aus der Ausfahrt des Ostfriedhofes. Er wollte nach rechts auf die Zweinaundorfer Straße abbiegen. Dort kam es zum Erfassen einer Radfahrerin (43), die zwar auf dem Radweg, aber in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Die Leipzigerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Am Auto und am Fahrrad entstand Schaden in Höhe von etwa 1.300 Euro. Gegen den 71-Jährigen wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. (Hö)
(aus dem Polizeibericht von heute) Radwege sind schon gefährlich, wenn man sie auf der rechten Straßenseite befährt. Ist man links unterwegs, hat man an Kreuzungen gegenüber dem Fahrbahnfahren ein zwölffaches! Unfallrisiko. Geisterradeln — ob zulässig oder wie hier nicht — ist also eine gefährliche Angelegenheit, von der ganz dringend abzuraten ist.
Freitag, 25. Juli 2008
Ich reiche noch zwei Unfälle aus der vergangenen Woche nach. Die Polizeidirektion Leipzig berichtete am Freitag: Unachtsam Tür geöffnet
Am 25.06.08, gegen 13.44 Uhr stürzte eine Radfahrerin im Stadtteil Reudnitz-Thonberg und verletzte sich schwer. Die 23-Jährige befuhr den Radweg der Stötteritzer Straße in östliche Richtung. In Höhe eines Altersheims fuhr sie an einem, zwischen Bäumen parkenden PKW vorbei. Plötzlich öffnete der unbekannte Fahrer die Tür, wodurch die Radfahrerin zu Fall kam. Nachdem sich der Fahrer entschuldigte, flüchtete er ohne seinen Namen zu hinterlassen. Auf Grund ihrer schweren Verletzungen an Schulter und Becken wurde die Radfahrerin stationär aufgenommen. Die Verkehrspolizei sucht nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallgeschehen geben können. Insbesondere wird ein Fahrer einer M-Klasse gesucht. Dieser hatte der jungen Frau Hilfe angeboten. Hinweise bitte an die VPI, Hans-Driesch-Straße 1, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (DaK) Radwege sind nicht nur an Einmündungen und Kreuzungen verdammt gefährlich, auch dazwischen bieten sie keinen Sicherheitsvorteil. Gründe dafür gibt es viele, einer davon ist, dass Radwege oft viel zu nah an parkenden Autos vorbei geführt werden. Radfahrer haben dann keine Chance, einer plötzlich geöffneten Tür auszuweichen.
Bleibt noch anzumerken, dass solche Unfälle auch zu den häufigsten bei Fahrbahnnutzung gehören. Dort könnten Radfahrer aber einiges dazu beitragen, um solche Unfälle zu vermeiden: Sie müssten einfach — wie vorgeschrieben — ausreichend Abstand zu den parkenden Autos halten.
Ein weiterer Unfall wurde von einem (offenbar) Rüpel-Radler verursacht: 72-Jährige bei Unfall schwer verletzt
In der Mittagszeit (12.50 Uhr) des 03.07.08 ereignete sich an der Kreuzung Gerberstraße Ecke Tröndlinring ein Verkehrsunfall. Eine 72-jährige Fußgängerin überquerte bei „Grün” die Fahrbahn der Gerberstraße vom Hauptbahnhof kommend in Richtung Naturkundemuseum. In Höhe der Mittelinsel wurde die Seniorin von einem unbekannten Radfahrer von hinten erfasst. Durch den Aufprall kamen beide zu Fall. Als die 72-Jährige die Polizei rufen wollte, ergriff der Radfahrer die Flucht. Für die Fußgängerin musste ein Rettungswagen gerufen werden. Sie hatte sich beim Sturz den linken Arm gebrochen. Die Verkehrspolizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zum Unfallgeschehen und/oder zum Radfahrer geben können. Hinweise bitte an die VPI, Hans-Driesch-Straße 1, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (DaK) Auch wenn’s mit diesem Unfall nichts zu tun hat: Die Ecke ist für Radfahrer ziemlich bescheiden gelöst: Den Ring dürfen sie zwar benutzen (wenn sie 40 km/h fahren können), brauchen dafür aber viel Selbstbewusstsein. Als Auswege bleiben nur ein Fußweg oder Ampel-Überquer-Orgien. Frust darüber ist natürlich trotzdem kein Grund, Fußgänger über den Haufen zu fahren.
Mittwoch, 9. Juli 2008
Der Freistaat will Geld in die Hand nehmen, um etwas für den Radverkehr zu tun. Ist ja auch populär, wenn die Benzinpreise steigen und der Klimawandel stärker ins Bewusstsein rückt. Aber warum fällt (den meisten) Politikern immer nur eine Methode ein, um Radverkehr zu fördern? Für den nachträglichen Bau von Radwegen an Staatsstraßen werden, entsprechend dem Finanzierungsplan für das Operationelle Programm des Freistaates Sachsen in der Förderperiode 2007-2013, rund 11 Mio. € eingesetzt. Darüber hinaus hat sich die Staatregierung bei ihrer zweitägigen Haushaltsklausur ein Landesprogramm zur Förderung des kommunalen Radwegebaus in Höhe von 5 Mio. € pro Jahr geeinigt. Radwege sind nun mal prinzipbedingt keine Radverkehrsförderung, sondern Radfahrergefährdung (Beispiele dafür gibt es hierzublog genügend). Außerdem gibt es genug Beispiele, dass mehr Radwege den Radverkehrsanteil nicht steigern — in Dublin hat sich der Radverkehrsanteil während des Netzausbaus halbiert. Deswegen, liebe Politiker: Wenn ihr unbedingt Geld für Radverkehrsförderung ausgeben wollt (und das auch etwas bringen soll), dann: - ...macht Werbung fürs Radfahren
- ...macht noch mehr Werbung für das Radfahren. Habe ich schon erwähnt, dass Radfahren gesund, sicher und umweltfreundlich ist und noch dazu Spaß macht?
- ...sorgt für ein fahrradfreundliches Klima auf den Straßen — dazu gehört auch Verkehrserziehung für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere aber für Autofahrer (Überholabstände!)
- ...sorgt für viele und gute Abstellanlagen an allen für Radfahrer wichtigen Zielen
- ...und erst dann baut Radwege — aber bitte nur solche, die abseits vom motorisierten Verkehr verlaufen (und — es muss mal gesagt werden — reißt richtig miese Radwege ab, damit dort nicht noch mehr Menschen verletzt oder getötet werden)
Mit den fünf Millionen Euro pro Jahr für die Kommunen ließe sich viel mehr erreichen, wenn sie das Geld nicht für noch mehr miese Radwege verpulvern müssen.
Freitag, 20. Juni 2008
Die Polizei ist mit den Presseberichten dieser Woche (zumindest im Internet) etwas spät dran. Am Montag berichtete sie über einen Unfall in Liebertwolkwitz: Zeugenaufruf
Am 13.06.2008 kam es gegen 14:00 Uhr zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Lkw und einem Fahrradfahrer in Liebertwolkwitz.
Der Fahrer (53) eines Sattelzuges befuhr die Muldentalstraße in Richtung Leipzig. In Höhe der Einmündung zur Straße Deutsche Einheit erfasste er an der Fußgängerfurt bzw. Querungshilfe einen Radler (14), der gerade die Straße überqueren wollte. Der Jugendliche musste mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. An den Fahrzeugen entstand Schaden in Höhe von etwa 3.000 Euro. Das Fahrrad wurde sichergestellt. Gegen den Lkw-Fahrer wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt.
Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zum Unfallhergang geben können. Diese wenden sich bitte an die Verkehrspolizeiinspektion Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835. (Hö) Die Muldentaler Straße hat an dieser Stelle einen benutzungspflichtigen Zweirichtungsradweg. Möglich, dass der 14-Jährige die Straße queren wollte, um den Weg zu erreichen.
Unabhängig von dieser Spekulation: Außerorts werden in der Regel nur auf einer Seite Radwege angelegt. Dadurch werden Gefahren geschaffen, schließlich müssen Radfahrer die Straße queren, um auf den Weg rauf und wieder runter zu kommen. Untersuchungen zur Sicherheit von außerörtlichen Radwegen gibt es kaum. Es darf aber vermutet werden, dass sie keinen Sicherheitsgewinn bringen (auf der verlinkten Seite ganz unten).
Donnerstag, 12. Juni 2008
Im Ranstädter Steinweg hat sich die Stadt wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert: Zwar ist’s eine verdammt breite Schneise, aber für Fußgänger gibt’s trotzdem nicht genügend Platz. Und den sollen sie sich auch noch mit Radfahrern teilen (für die südliche Seite läuft dazu eine Klage von mir).
Auf der nördlichen Seite, also in Richtung stadtauswärts, ist die Situation momentan besonders verschärft. Dort ist ein Fleischer mit Imbiss auf Kundenfang — erst mit einem Werbeaufsteller, inzwischen sogar mit Freisitz. Vom eh schon viel zu schmalen Fußweg (eigentlich sollten es an Hauptverkehrsstraßen 3 Meter sein) bleibt so nicht ein Zentimeter übrig. Kein Wunder, dass Fußgänger — ordnungswidrig — auf den Radweg ausweichen. Ich kann’s ihnen nicht verdenken, einen kombinierten Hoch- und Weitsprung über das Hindernis würde ich auch nicht hinbekommen…
Radfahrer sollten dort besonders vorsichtig fahren — oder gleich auf die Fahrbahn ausweichen. Der rechte Fahrstreifen wird dort nur selten von Autofahrern benutzt.
Bei der Stadt habe ich Montagabend per E-Mail nachgefragt, ob der Freisitz genehmigt wurde. Bisher keine Antwort und keine Veränderung vor Ort.
PS: Ich finde Freisitze auch toll. Sie sollten aber so eingerichtet werden, dass niemand gefährdet oder behindert wird. Die schmalste Stelle eines Fußweges ist dafür aber eine denkbar schlechte Vorraussetzung. Ich würde als Ersatz eine der Parklücken vorschlagen — da ist genug Platz.
Dienstag, 3. Juni 2008
Die meisten Menschen fühlen sich auf Radwegen sicherer als auf der Fahrbahn, schließlich ist man ja von den gefährlichen Autos weg. Dieses Sicherheitsgefühl ist aber trügerisch: An Kreuzungen wirkt sich die Entfernung zu den Autos dermaßen negativ aus, dass Radfahrer sehr leicht von Autofahrern übersehen werden. Über ein weiteres Beispiel dieser (relativ) häufigen Unfälle berichtet heute die Polizei: Pkw contra Fahrrad
Bei einem Unfall, der sich gestern Nachmittag ereignet hatte, wurde ein Leipziger (60) schwer verletzt.Der Mann war mit seinem Fahrrad auf dem Radweg der Lyoner Straße stadtauswärts unterwegs. Auf der Schönauer Straße fuhr ein Pkw Opel, dessen Fahrer (67) nach rechts auf die Lyoner Straße abbiegen wollte. Der Autofahrer beachtete die Vorfahrt des Radlers nicht und stieß mit ihm zusammen. Der 60-Jährige stürzte und musste mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. An Pkw und Rad entstand Schaden in Höhe von ca. 4.000 Euro. Gegen den Opelfahrer wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt. (Hö) Radwege sorgen also nicht für mehr Sicherheit, an Kreuzungen und Einmündungen sorgen sie vielmehr für deutlich größere Gefahren als auf der Fahrbahn. Auch deswegen wird immer wieder eine Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht gefordert, zuletzt mit einer Petition beim Bundestag, die dort noch behandelt wird.
Montag, 2. Juni 2008
Die Polizei berichtet heute über einen Unfall zwischen zwei Radfahrerinnen am Wochenende: Radlerinnen verunglückt
Am Sonntag Abend radelte eine Frau (41) gegen 18:30 Uhr auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg vom Schleußiger Weg kommend in Richtung Max-Reger-Allee. Ihr Ehemann fuhr vor ihr und sie wollte ihn überholen, achtete dabei aber offensichtlich nicht auf eine entgegenkommende Fahrradfahrerin. In diesem Augenblick stieß sie auch schon mit ihr (47) zusammen. Die Leipzigerinnen stürzten, verletzten sich schwer. Mit Verletzungen an Kopf, Augen und Fuß musste die Jüngere und mit einer Kopfplatzwunde die Ältere in ein Krankenhaus gebracht werden. Die 41-Jährige erhielt eine Verwarnung; gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall eingeleitet. (Hö) Der gemeinsame Fuß- und Radweg ist nicht straßenbegleitend, aber dafür, dass dort eine erhebliche Zahl an Radfahrern unterwegs ist, eigentlich zu schmal (bei Google Maps ist das aber kaum zu erkennen). Überholen sollte man da also besser lassen — und vielleicht sorgt die Stadt ja auch irgendwann für einen breiteren Weg…
Mittwoch, 28. Mai 2008
Ein lobenswertes Werk des ADFC-Kreisverbandes Bottrop: Bieten Radwege Schutz? Wer noch immer denkt, Radwege seien der richtige Weg, um Radverkehr zu fördern oder gar sicher zu machen, dem sei die Lektüre empfohlen. Für eigene Aufklärungskampagnen lässt sich der Text auch als Flyer herunterladen.
Mittwoch, 21. Mai 2008
In der Grünewaldstraße, gleich vor dem ADFC-Laden, gibt es einen Zwei-Richtungs-Radweg. Als wichtige Verbindung zwischen Bayrischem Platz und der Innenstadt ist er stark befahren. Leider ist er aber auch ziemlich unfallträchtig: An der Kreuzung mit der Brüderstraße (bei Google Maps ansehen) wurden schon häufiger Radfahrer an- bzw. umgefahren. Gestern gleich zweimal, berichtet die Polizei: Gleich zweimal an derselben Stelle
Den Beginn ihrer Vorlesung konnte eine 20-Jährige gestern nicht pünktlich erreichen, da sie zu einer Unfallaufnahme an der Kreuzung Grünewaldstraße/Brüderstraße verbleiben musste (20.5.08, ca. 17:00 Uhr). Vorausgegangen war ein Zusammenstoß zwischen dem schwarzen Seat der Studentin und einem Radfahrer, der stadtauswärts auf dem Radweg fuhr. Der 45-Jährige erlitt leichte Verletzungen, die ambulant behandelt wurden.
Zu einem fast identischen Unfall kam es etwa fünf Stunden später (22:10 Uhr), als der 33-jährige Fahrer eines schwarzen Mercedes wiederum eine Fahrradfahrerin (22) auf dem stadtauswärtigen Radweg übersah und mit dieser zusammenstieß. Die Radlerin zog sich bei ihrem Sturz Hautabschürfungen und leichte Verletzungen an Knie und Armen zu und wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. In beiden Fällen wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall ermittelt. (La) Auch wenn Radwege zur Benutzung in der falschen Richtung freigegeben sind, bedeutet das nicht, dass man als Radfahrer dort sicherer unterwegs ist.
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