Artikel mit Tag politikVerwandte Tags abwrackprämie vcd adfc ag rad bahnübergang benutzungspflicht bypad cospudener see equipagenweg fußgängerzonen grüne leipzig licht markkleeberg oberbürgermeister polizei presseschau promenadenring radstreifen radtour radweg recht rennradio ring stvo terminhinweis unfälle veranstaltungstipp verkehrsklima verkehrsunfallstatistik vortrag widerspruch autoarme innenstadt cdu innenstadt polizeibericht stadtrat bundestagswahl die linke fdp spd kommunalwahl 2009 landtagswahl sachsen demo fahrradaktionsgruppe greenpeace stura umwelttage tiefgarage universität critical mass ranstädter steinweg öffentlichkeitsarbeit stadtradeln abstand fixie gehweg geisterradeln hunde jahnallee kreisverkehr lvb markranstädt park pleißeradweg rotlichtsünder selbstjustiz sinnlose gewalt überholen verkehrskontrollen radverkehrskonzept verwaltung baustellen klage lützner straße seehausener straße winter fockebergzeitfahren klima-allianz leipzig ökolöwe fahrradrallye spaß mit dem radDienstag, 8. Juni 2010Radfahren für das Klima: Das Stadtradeln hat begonnenIn Leipzig fehlt es an Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren — das war ein wesentliches Ergebnis des BYPAD-Prozesses im vergangenen Jahr. Nun ist es ja nicht so, dass gar nichts in dieser Richtung stattfindet. Nur eben nicht sehr viel. Eine der wenigen Aktionen, die von der Stadt (mit-)organisiert werden, ist das Stadtradeln. Das findet bundesweit statt und richtet sich vor allem, aber nicht nur, an die Kommunalpolitiker. Sie sollen Vorbild in Sachen Klimaschutz sein. Freitag, 26. Februar 2010Der Oberbürgermeister lügtZwischen dem StuRa und dem Oberbürgermeister hat sich inzwischen ein kleiner, öffentlicher Briefwechsel entwickelt. Grundlage ist der Offene Brief zum Radverkehr in Leipzig, der auf Initiative des StuRa im vergangenen Oktober an den Stadtrat übergeben wurde. Auf der StuRa-Seite können alle bisherigen Briefe nachgelesen werden. Mit der StVO Novelle 1997 haben sich Festlegungen zu den Führungsformen des Radverkehrs zwar gelockert, es waren aber dennoch bindende Einsatzkriterien genannt, die von der Verwaltung, sowohl bei der Auswahl der geeigneten Führungsform als auch bei der Festlegung der Benutzungspflicht, in aller Regel eingehalten wurden. Erst mit der StVO 2009 und deren Verwaltungsvorschrift sind umfassendere Möglichkeiten gegeben, zum Radweg alternative Radverkehrs-Führungsformen auch im breiteren Rahmen einzusetzen.Das ist in dieser Form eine glatte Lüge. Schon die StVO-Novelle von 1997 sah vor, dass eine Benutzungpflicht für einen Radweg nur in Ausnahmefällen angeordnet werden soll. Außerdem wurden klare Mindestanforderungen an benutzungspflichtige Radwege eingeführt. Beides hat die Stadt konsequent missachtet: Benutzungspflichten sind bei Leipzigs Radwegen die Regel, nicht die Ausnahme. Noch immer gibt es zahlreiche Radwege, welche die (2009 übrigens kaum geänderten) Mindestanforderungen VwV-StVO nicht erfüllen, zum Beispiel in der Prager Straße oder in der Merseburger oder oder oder. Teilweise wurden solche miese Radwege sogar neu gebaut, siehe Ranstädter Steinweg. Die Regelungen der StVO-Novelle von 1997 sind also mitnichten eingehalten wurden. Es stimmt zwar, dass die StVO-Änderung im vergangenen Jahr mehr Auswahl bei den Führungsformen lässt, denn Radstreifen sind jetzt auch an vielbefahrenen Straßen erlaubt. Die Frage, ob eine Benutzungspflicht angeordnet werden darf, wird davon aber überhaupt nicht berührt – und in dieser Hinsicht hat sich mit der aktuellsten Änderung auch nichts geändert, denn auch den Grundsatz, dass Benutzungspflichten nur dort erlaubt sind, wo es eine besondere örtliche Gefahrenlage gibt, gab es schon 1997. Deutlich wird, dass für den Oberbürgermeister Mischverkehr keine Führungsform für den Radverkehr ist – obwohl das laut StVO der Normalfall sein sollte. Hinsichtlich der Radwegbenutzungspflicht kann ich Ihnen versichern, dass die systematische Überprüfung mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Radverkehr, in der auch der ADFC mitarbeitet, zurzeit vorbereitet wird. … Erste Ergebnisse der Überprüfung könnten in Abhängigkeit von den dafür zur Verfügung stehenden Mitteln mit der Beginn der Radfahrsaison 2010 wirksam werden.Diese Äußerung ist schon nahezu unerträglich. Da ignoriert die Stadt mehr als zehn Jahre lang geltendes Recht und nimmt erst eine StVO-Änderung an anderen Punkten zum Anlass, endlich etwas zu tun – und braucht dann immer noch über ein Jahr, denn die StVO-Novelle kam im vergangenen September nicht vom Himmel gefallen, sie war lange vorher im Bundesrat diskutiert und angekündigt worden. Auch beim Thema gemeinsame Geh- und Radwege sollte der Oberbürgermeister einen Blick in die geltende Verwaltungsvorschrift werfen. Die Berücksichtigung der Interessen der Radfahrer erfolgt in Leipzig gleichberechtigt mit denen aller anderen Verkehrsteilnehmer und der Anlieger. Selbstverständlich ist jedoch das Ergebnis in einem Abwägungsprozess immer ein Kompromiss. Beispielsweise gibt es unter Beachtung der auch vom StuRa anerkannten Inhomogenität der radfahrenden Verkehrsteilnehmer durchaus auch Einsatzkriterien für gemeinsame Geh-/Radwege, so dass eine allgemeine Ablehnung dieser Führung nicht geteilt werden kann.Denn laut VwV-StVO sollen (benutzungspflichtige) gemeinsame Geh- und Radwege innerorts möglichst nicht angeordnet werden. Sie sind gerade wegen der Inhomogenität der Radfahrer – sehr viele sind deutlich schneller als der Fußverkehr – ein enormes Ärgernis, und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. Noch ein Schmankerl: Die Ausweisung des Promenadenringes mit Mindestgeschwindigkeit 40 km/h ist ein Relikt im Zusammenhang mit der gerätetechnischen Ausrüstung für dessen lichtzeichengeregelte Knotenpunkte. Die in den letzten Jahren erfolgte Nachrüstung der Gerätetechnik und Einbeziehung des Radverkehrs in die Signalisierung und Knotenpunktgestaltung erlaubt es inzwischen, diesen Sachverhalt auf den Prüfstand zu stellen und durch eine sichere Lösung für alle Verkehrsteilnehmer zu ersetzen.Ach, und in Leipzig werden Relikte besonders gerne gehegt und gepflegt, auch wenn sie gegen geltendes Recht verstoßen? Auch die Mindestgeschwindigkeit auf dem Ring war schon vor 2009 rechtswidrig angeordnet, wenn auch nicht so offensichtlich rechtswidrig wie nach der letzten StVO-Änderung. Und nebenbei bemerkt: Räumzeiten auf Kreuzungen sind kein ausreichender Grund für Verkehrsbeschränkungen. Nach all dem Spaß, bin ich mir nicht sicher, ob das folgenden Angebot etwas bringen kann: Einige der angesprochenen Themen sind grundsätzlicher Natur, während andere Fragestellungen sehr detaillierte Themen betreffen. Auch hier wieder ohne einer Beantwortung Ihres Schreibens vom Oktober 2009 durch die Stadträte und Fraktionen vorgreifen zu wollen, möchte ich vorschlagen, das Thema “Radverkehr in Leipzig” mit all seinen Facetten im Gesamtkontext des Verkehrsgeschehens in Leipzig zu betrachten und an einem “Runden Tisch Verkehr” zu diskutieren. Eine solche Veranstaltung könnte im ersten Halbjahr 2010 durchgeführt werden.Denn solange die Stadtverwaltung weiter die real vorhandene Straßenverkehrsordnung missachtet (oder von mir aus missversteht) und unter Radverkehrsförderung nur den Bau von Radwegen, wird mit denen nicht konstruktiv zu reden sein. Mensch, wie ich koche… Donnerstag, 18. Februar 2010Terminhinweis: Die Zukunft des Radverkehrskonzepts für LeipzigNoch in diesem Jahr soll der Stadtrat ein neues Handlungskonzept für den Radverkehr beschließen. Das muss natürlich erst mal geschrieben werden — und die Stadtverwaltung scheint ihre Bürger dabei einbeziehen zu wollen. Für Montag (22.02.) ist deswegen in der Volkshochschule eine Diskussionsveranstaltung geplant. Referent ist Torben Heinemann, Abteilungsleiter Generelle Planung im Verkehrs- und Tiefbauamt. Beginn ist um 18 Uhr im Raum 301 der VHS, Löhrstraße 3-7.
Geschrieben von Torsten
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15:31
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Tags für diesen Artikel: politik, radverkehrskonzept, stadtrat, terminhinweis, veranstaltungstipp, verwaltung Donnerstag, 7. Januar 2010Oberbürgermeister antwortet auf Offenen BriefMehr als 1.000 Menschen haben den Offenen Brief zum Radfahren in Leipzig unterschrieben. Am 28. Oktober hatte ihn – stellvertretend, denn der Brief ist an die Stadträte adressiert – Bürgermeister Andreas Müller entgegen genommen. "Oberbürgermeister antwortet auf Offenen Brief" vollständig lesen Dienstag, 24. November 2009ADFC lädt zum Dialog über Mindestgeschwindigkeit auf dem RingADFC-Mitglied Harald Lindner hat bei der Stadt beantragt, die Tempo-40-Mindestgeschwindigkeiten auf dem Innenstadt-Ring aufzuheben. Hintergrund ist eine Änderung der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung, nach der solche Mindestgeschwindigkeiten innerorts nicht mehr angeordnet werden dürfen. Dienstag, 27. Oktober 2009Erinnerung: Morgen ist Fahrraddemo“Wir sind der Verkehr” heißt es morgen um 15:30 Uhr am Connewitzer Kreuz (vor dem Werk II). Die Fahrradaktionsgruppe Leipzig lädt ein, für ein fahrradfreundlicheres Leipzig zu demonstrieren. Für 16:00 Uhr ist eine Kundgebung auf dem Leuschnerplatz geplant und gegen 17:00 Uhr soll vor dem Neuen Rathaus dem Leipzig Stadtrat ein Offener Brief übergeben werden. Der kann übrigens auch online unterzeichnet werden. Mittwoch, 21. Oktober 2009Innenstadt-Ring soll Mindesttempo-40-Schilder verlierenGemeinsame Pressemitteilung von Ökolöwe, Verkehrsclub Deutschland, Referat für Nachhaltige Mobilität des StudenInnenRat, FUSS e.V. und ADFC Leipzig: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Leipzig nimmt einen neuen Anlauf, die 40 km/h-Mindestgeschwindigkeit auf dem Ring aufheben zu lassen – diesmal gemeinsam mit anderen im Verkehrsbereich agierenden Verbänden und Initiativen. Hintergrund ist eine Änderung der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung, die am ersten September in Kraft getreten ist. Demnach dürfen solche Mindestgeschwindigkeiten innerorts nicht mehr angeordnet werden. Der Leipziger Harald Lindner hat deswegen beantragt, die Verkehrsregelung auf dem Ring unter Beachtung der neuen Rechtslage zu überprüfen. Der ADFC selbst kann solche Anträge als juristische Person nicht stellen. Dienstag, 20. Oktober 2009Fahrraddemo und offener Brief an den StadtratUnter dem Motto “Wir sind der Verkehr” sollen sich am Mittwoch kommender Woche (28.10.) möglichst viele Menschen für ein fahrradfreundlicheres Leipzig einsetzen. Zu der Fahrraddemo hat die auf Initiative des Uni-StuRas tätige Fahrradaktionsgruppe aufgerufen. An ihr sind neben dem StuRa-Referat für nachhaltige Mobilität unter anderem der VCD, der Ökolöwe und die Greenpeace-Gruppe Leipzig beteiligt. Offener Brief an den Leipziger Stadtrat:Der Brief kann von jedem online unterzeichnet werden. Mein Senf zu den Forderungen: Die Punkte 1 und 4 kann ich ohne Einschränkungen unterschreiben. Mit Punkt 3 habe ich etwas Bauchschmerzen, weil dennoch einiges an Geld für (prinzipiell) gefährliche Radwege übrig bleibt. Und zu Punkt 2: Weshalb ich nichts von Radstreifen halte, habe ich ja gerade erst geschrieben. Immerhin gehen die Forderungen soweit, die Umwandlung kompletter Fahrstreifen zu fordern – so umgesetzt, hätten die Radstreifen wenigstens eine angemessene Breite. Allein: Ich glaube nicht an Wunder… Dennoch lohnt die Unterzeichnung, um zu unterstreichen, dass die Prioritäten in Leipzigs Verkehrspolitik anders gesetzt werden müssen. Immerhin wird die Mehrzahl der Wege in Leipzig nicht mit Autos zurückgelegt, sondern zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dienstag, 22. September 2009Parteien zur Bundestagswahl. Thema heute: RadverkehrWie schon zur Kommunal- und Landtagswahl soll es auch zur Bundestagswahl am Sonntag eine kurze Wahlprogramm-Analyse mit Blick auf die Radverkehrspolitik geben. Betrachtet habe ich dabei die im Bundestag vertretenen Parteien. "Parteien zur Bundestagswahl. Thema heute: Radverkehr" vollständig lesen Donnerstag, 10. September 2009Mehr Leipziger auf dem Rad unterwegsDie Stadt hat die ersten Ergebnisse der Verkehrsstudie “SrV 2008” für Leipzig vorgestellt. Demnach liegt der Radverkehrsanteil in Leipzig bei 14,4 Prozent – vor fünf Jahren lag er noch zwei Prozentpunkte darunter. Deutlicher ist der Rückgang des Autoverkehrs: Sein Anteil sank von 44,0 auf 39,5 Prozent. Erstmal seit der Wende stieg auch wieder der Anteil der Wege, die zu Fuß oder mit Bus und Bahn zurückgelegt wurden. Der Umweltverbund scheint also auf dem Vormarsch – ein gutes Zeichen in Richtung lebenswerte(re) Stadt.
Geschrieben von Torsten
um
18:13
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Tags für diesen Artikel: politik, presseschau Donnerstag, 20. August 2009Am 30.08.: Grün wählen!Das ist das Fazit meiner Sichtung der Landtagswahlprogramme von CDU, Die Linke, SPD, FDP und Grünen zum Thema (Rad-)Verkehr. Konkret werden wir … das straßenbegleitende Radwegenetz weiter ausbauenDie CDU hat also noch nicht mitbekommen, dass straßenbegleitende Radwege die Sicherheit von Radfahrern nicht erhöhen, sondern eher senken – oder es ist ihr schlicht egal. Aber soviel Menschenfeindlichkeit möchte ich niemandem unterstellen. Die Linke …ist der Meinung, dass ein Umdenken in der Verkehrspolitik nötig ist. Deshalb geben wir der Förderung und dem Ausbau des öffentlichen Personen- und Güterverkehrs sowie dem Ziel der Verkehrsvermeidung, u.a. durch einen Ausbau vorhandener Verkehrswege statt dem Neubau von Straßen, in unserer Politik Vorrang. „Mobilität für alle“ heißt für uns, die Nutzung von Eisenbahn und Fahrrad sowie Bus und Straßenbahn muss für alle attraktiv, barrierefrei und bezahlbar sein.Hört sich gut an. Leider fehlt auch bei der Linken nicht die Forderung nach einem Ausbau des Radwegesystems. Radwege sorgen aber nicht für einen höheren Radverkehrsanteil – andere Maßnahmen wie z. B. Öffentlichkeitsarbeit sind viel effektiver. SPD Die SPD will viel in den Verkehr investieren. Das klingt nach neuen Straßen und mehr (Auto-)Verkehr, steht so aber nicht explizit im Programm. Dafür das hier: Ein gestiegenes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, aber auch hohe Kraftstoffpreise lassen immer mehr Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen. Diese vernünftige Entwicklung wollen wir weiter befördern. Wir haben die Investitionen in den Radverkehr massiv ausgebaut und werden hier weiter zulegen.Äh, ja. “Investitionen in den Radverkehr” heißt: Neue, straßenbegleitende Radwege mit allen ihren ungesunden Folgen. FDP Die FDP ist Autofahrers Liebling: Sie ist gegen Tempolimits auf Autobahnen, will neue, autobahnähnliche Straßen bauen und hält wenig von Verkehrsüberwachung: Verkehrskontrollen sind grundsätzlich an Unfallschwerpunkten und in der Nähe von Schulen und Kindergärten angebracht, nicht jedoch zur Sanierung kommunaler Haushalte.Nee, Verkehrskontrollen dienen dazu, die Straßenverkehrsordnung durchzusetzen und sind überall dort angebracht, wo gegen sie verstoßen wird. Radfahrer gehören für die FDP konsequenterweise nicht zum Verkehr: Sie werden im Wahlprogramm nur im Zusammenhang mit Tourismus erwähnt. Die FDP will nämlich das Radwegenetz ausbauen, um den Tourismus in ländlichen Regionen zu fördern. Immerhin dagegen ist nicht viel zu sagen: Touristische Radwege sind meist abseits der Straßen. Bündnis 90 / Die Grünen Die Grünen haben im Verkehrsbereich von allen aufgeführten Parteien das mit Abstand ausführlichste Programm. Dabei ist unsere Verkehrspolitik gekennzeichnet von einem ganzheitlichen Mobilitätskonzept. Wir setzen auf eine Kombination von Verkehrsvermeidung, Verlagerung von der Straße hin zu Bahn, Bus und Fahrrad sowie auf moderne und weniger umweltschädliche Autos.Vor allem setzt sich die Partei für einen landesweiten Taktfahrplan für Bahn und Bus ein. Aber auch zum Thema Radverkehr gibt es einige Aussagen: Die Grünen wollen sachsenweit den Radverkehrsanteil von neun auf 15 Prozent steigern. Dazu soll z. B. der Bau von regengeschützten Fahrradabstellanlagen gefördert werden. Und: Die Trennung von Rad- und Kraftverkehr ist keine Standardlösung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, denn sie beschleunigt in erster Linie den motorisierten Verkehr. Verkehrsberuhigung ist ein wirksames Instrument zur Steigerung der Verkehrssicherheit.Die Grünen scheinen also die einzigen zu sein, die sich wirklich mit dem Thema Radverkehr und Verkehrssicherheit auseinandergesetzt haben. Gut gefällt mir auch der folgende Absatz: In den sächsischen Schulen sollte an die Stelle der „klassischen“ Verkehrserziehung für Grundschulkinder eine umfassende Mobilitätserziehung nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins oder Berlins treten, die nicht darauf zielt, Kinder an den Automobilverkehr anzupassen, sondern umfassend Themen aktiver wie passiver Verkehrssicherheit und eine gesundheits- und umweltbewusste Verkehrsmittelwahl zum Inhalt hat. Fazit Wer sächsischen Radfahrern gutes tun will, sollte bei der Landtagswahl Grün wählen. Die anderen Parteien sehen entweder Verkehr hauptsächlich als Autoverkehr (CDU, FDP, mit Abstrichen SPD) oder fordern unsichere, straßenbegleitende Radwege (CDU, SPD, Die Linke). Angesichts dessen sollte es nicht verwundern, dass ich Grünen-Mitglied bin Donnerstag, 16. Juli 2009Autoarme Innenstadt: Kommunikation in die falsche RichtungDie Stadtverwaltung gibt seit gestern einen Flyer zum Radfahren in der Innenstadt heraus. Eigentlich möchte man meinen: Endlich! Die Stadt macht in Punkto Radverkehr Öffentlichkeitsarbeit. Genau das also, was im BYPAD-Verfahren als größter Mangel der Leipziger Radverkehrspolitik bezeichnet wurde. Aber: Die Stadt wirbt mit dem Flyer nicht für das Radfahren, sondern für’s Schieben. Gegenstand sind nämlich vor allem die Fahrverbote in den Fußgängerzonen Peters-, Hain-, Nikolai- und Grimmaische Straße. Montag, 6. Juli 2009Die leidige SchuldfrageÜber die unsinnige Aussage “56.6 Prozent der Radfahrer-Unfälle in Leipzig haben die Radler selbst verursacht” hatte ich hier schon mal berichtet. Das hält die Polizei aber nicht davon ab, sie immer wieder zu propagieren. Zuletzt – ja, es ist ein paar Wochen her, aber die schon oft genannten privaten Gründe und so – am 19.06.09 in der täglichen Pressemitteilung. Fahrräder haben keine KnautschzoneDie Aussagen verkürzen das Bild gleich in mehrfacher Weise:
Warum also führt die Polizei immer wieder in die Irre? Die Polizeidirektion Leipzig schreibt mir: Die Statistik soll aber nicht die Schuldfrage klären, sondern dazu beitragen, sowohl Verursachern, als auch Betroffenen vor Augen zu halten, wo die Risiken im Verkehr liegen.Ein durchaus sinnvolles Ziel – nur ist es mit Blick auf die Schuldfrage meiner Meinung nach nicht zu erreichen: Auf diese Weise werden nur Vorurteile geschürt, die nicht zutreffen – “Radfahrer sind doch selbst schuld, wenn sie einen Unfall haben!” Wenn die Polizei deutlich machen will, wo Risiken im Verkehr liegen, muss sie klar die Fehler nennen, die Verkehrsteilnehmer machen – und zwar nicht nur die der Radfahrer, sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. Nichts schaden würde es im Übrigen, wenn die unfallträchtigen Fehler häufiger Gegenstand von Verkehrskontrollen wären – und auch das bei allen Verkehrsteilnehmern. (Quelle für alle Zahlen: Polizeidirektion Leipzig) Freitag, 3. Juli 200920 Jahre AG RadAm 6. Juli 1989 passierte etwas in der DDR einmaliges: Beauftragte der Stadt trafen sich mit engagierten Radfahrern, um sich über deren Probleme auszutauschen und den Radverkehr – der damals weit zurückgegangen war – wieder zu fördern. Nach der Wende wurde daraus die AG Rad, die sich seit 1991 in einem 14-tägigen Rhythmus trifft. Dabei vertreten sind verschiedene Ämter der Stadtverwaltung, die Polizei sowie Ökolöwe und ADFC. Radverkehrspolitik in Leipzig begutachtetHelsinki, Köln, Brüssel, Unna, Graz und seit gestern auch Leipzig – alle sechs Städte haben etwas gemeinsam: Ihre Radverkehrspolitik wurde im Rahmen von BYPAD begutachtet. Ziel dieses Verfahrens ist es, die Radverkehrspolitik einer Kommune zu bewerten und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten, um die Qualität weiter zu steigern. Bei der Übergabe des BYPAD-Zertifikats (v.l.n.r.): Ulrich Patzer (ADFC Leipzig), Edeltraut Höfer (Verkehrs- und Tiefbauamt) und Gerd-Axel Ahrens (TU Dresden) (Foto: Torsten Schönebaum) Leipzig biete gute Vorraussetzungen für einen hohen Radverkehrsanteil, so Ahrens. Die flache Topographie und die zahlreichen Studenten seien ein Grund dafür. Aber auch die gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und ADFC in der AG Rad, deren 20-jähriges Jubiläum gestern war, spielten eine wichtige Rolle. Ahrens sprach allerdings auch Schwächen an: Problematisch seien die schlechte Instandhaltung vorhandener Radverkehrsanlagen und der unzureichende Service bei der Fahrradstation am Hauptbahnhof. Vor allem aber müsse Leipzig seine Öffentlichkeitsarbeit in Punkto Radverkehr verbessern: “Es muss mehr Aufmerksamkeit auf die Nutzeneffekte gelegt werden”, so Ahrens. “Jeder Radfahrer ist ein Freund des Autofahrers, denn sind weniger Autos unterwegs, gibt es auch weniger Stau.” Die Amtsleiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes, Edeltraut Höfer, dämpfte aber Hoffnungen auf mehr Radfahr-Werbung: Dem Amt fehle dafür schlicht das Geld. Stattdessen sollen die Erkenntnisse aus dem BYPAD-Verfahren genutzt werden, um das Handlungskonzept Radverkehr zu überarbeiten. Im kommenden Jahr soll dem Stadtrat dazu ein Entwurf vorgelegt werden. Außerdem versprach sie, nach und nach die Ausschilderung der Radrouten zu verbessern. Und ein weiteres Versprechen gab es: Die BYPAD-Gruppe soll sich künftig einmal im Jahr treffen, um sich über Leipzigs Radverkehrspolitik auszutauschen.
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