Der Bahnübergang am Equipagenweg in Markkleeberg (bei Google Maps ansehen) ist seit 2004 ein Hindernis für Radfahrer, vor allem wenn sie mit Tandems oder Anhängern unterwegs sind. Der Grund: Die dort platzierten Umlaufsperren oder besser Drängelgitter sind zu eng. Das ist vor allem deswegen problematisch, weil über den Bahnübergang eine Hauptradroute von Leipzig zum Cospudener See führt.
Der ADFC Leipzig setzt sich seit langem dafür ein, den Bahnübergang nutzerfreundlicher zu gestalten. Dabei kommt keine rechte Freude auf, denn die Bahn, das Eisenbahnbundesamt und die Städte Markkleeberg und Leipzig schieben sich gemeinsam den Schwarzen Peter zu, wer denn für einen Umbau am Ende zu zahlen hätte.
Diese unendliche Geschichte war am Freitag Thema in der Leipziger Volkszeitung, der Artikel ist leider nicht frei online zugänglich. Darin zumindest ein Hoffnungsschimmer: Das Eisenbahnbundesamt hält zumindest einen Umbau für möglich, würde ihn also genehmigen. Zu bezahlen hätte das allerdings der Straßenbaulastträger, in diesem Fall also die Stadt Markkleeberg. Deren Oberbürgermeister sieht das aber nicht ein – er meint, prizipiell sei die Bahn für Bahnübergänge verantwortlich.
Andreas Boos vom ADFC Leipzig versucht nun wieder, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Er schlägt vor, dass sich Bahn und die Städte Markkleeberg sowie Leipzig die Kosten teilen. Leipzig müsse ein Interesse an einem sicheren und benutzbaren Bahnübergang haben, weil er von vielen Radfahrer aus Leipzig benutzt wird. Allerdings trage auch die Bahn Verantwortung dafür, dass die Drängelgitter entschärft werden, erläutert Boos im O-Ton bei mephisto 97.6.