Artikel mit Tag geisterradeln
Dienstag, 6. Oktober 2009
Aus dem gestrigen Polizeibericht: Schwerer Unfall
Eine 22-jährige Radfahrerin wurde heute gegen 08.35 Uhr im Kreuzungsbereich Käthe-Kollwitz-Straße/Friedrich-Ebert-Straße im Zentrum Leipzig von einem 26–jährigen LKW-Fahrer erfasst und schwerstverletzt. Der LKW-Fahrer fuhr in stadtwärtige Richtung auf dem rechten Fahrstreifen, um nach freigegebener Ampelschaltung rechts abzubiegen. Neben ihm hat vermutlich die 22-Jährige gestanden, in der Absicht, die Käthe-Kollwitz-Straße geradeaus in stadtwärtige Richtung zu befahren. Während der 26-Jährige rechts abbog, übersah er offenbar die Radlerin, welche zu Fall kam, vom LKW erfasst und schwer verletzt wurde. Der Kreuzungsbereich musste für längere Zeit gesperrt werden. Rettungskräfte bemühten sich um die junge Frau, die sofort in eine Klinik eingeliefert wurde. Auch der LKW-Fahrer musste mit einem schweren Schock in eine Klinik verbracht werden. Zum Unfallhergang dauern die Ermittlungen noch an. In diesem Zusammenhang bittet die Verkehrspolizei um Mithilfe.
Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang, insbesondere zur Ampelschaltung und der Situation kurz vor dem Unfall, machen können, werden gebeten, sich bei der VPI Leipzig, Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835, zu melden. (FiA)
Was leider in den entsprechenden Unfallmeldungen nie thematisiert wird, ist die Frage, wie die Radfahrer überhaupt in den toten Winkel gelangen konnten: Auf Radstreifen und -wegen sind solche Abbiegeunfälle vorprogrammiert, weil geradeausfahrende Radfahrer rechts neben rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen geführt werden – so auch in der Käthe-Kollwitz-Straße an der betreffenden Kreuzung.
Leider hat diese Nicht-Thematisierung auch zur Folge, dass das Problem nur symptomatisch behandelt wird: Für LKW werden Zusatzspiegel gefordert, die auch der beste und erfahrenste Fahrzeugführer gar nicht alle auf einmal überblicken kann (und die die Sicht nach vorne einschränken). Die Forderung, Rechtsabbieger nicht links neben Geradeausfahrer zu lassen, ist nirgends zu lesen, obwohl sie das Problem viel nachhaltiger beseitigen würde.
Dazu passt auch, dass die Gefahren von Radverkehrsanlagen weitgehend unbekannt sind. Dabei haben Radfahrer auf Hochbord-Radwegen ein bis zu zwölfaches Unfallrisiko im Vergleich zum Fahren auf der Fahrbahn. Für Radstreifen fehlen (noch) vergleichbare Untersuchungen, sie sind allerdings deutlich sicherer als “normale” Radwege. Ob sie das Sicherheitsniveau der Fahrbahn erreichen, wage ich aber angesichts solcher Unfälle wie dem beschriebenen zu bezweifeln.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Radfahrerin schnell erholt.
Ach ja: Die LVZ berichtet heute auch auf der lokalen Titelseite. Außerdem hat es gestern wohl einen weiteren Unfall mit Radfahrerbeteiligung gegeben: Ein 68-Jähriger war wohl auf dem Radweg in der Brandenburger Straße in die falsche Richtung unterwegs und wurde dann an der Kreuzung Lagerhofstraße von einem Renaultfahrer erfasst. Der Radfahrer wurde schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Zwölfaches Unfallrisiko, sage ich nur – das trifft nämlich für das linksseitige Fahren auf Hochbordradwegen zu.
Dienstag, 26. August 2008
Nach sehr langer (studienbedingter) Pause endlich wieder ein Eintrag hier. Leider kein sehr schöner, ist der Anlass doch eine schwer verletzte Radfahrerin: Radlerin erfasst — schwer verletzt
Der Fahrer (71) eines Pkw Peugeot fuhr am 25.08.2008, gegen 14:30 Uhr, aus der Ausfahrt des Ostfriedhofes. Er wollte nach rechts auf die Zweinaundorfer Straße abbiegen. Dort kam es zum Erfassen einer Radfahrerin (43), die zwar auf dem Radweg, aber in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Die Leipzigerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Am Auto und am Fahrrad entstand Schaden in Höhe von etwa 1.300 Euro. Gegen den 71-Jährigen wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. (Hö)
(aus dem Polizeibericht von heute) Radwege sind schon gefährlich, wenn man sie auf der rechten Straßenseite befährt. Ist man links unterwegs, hat man an Kreuzungen gegenüber dem Fahrbahnfahren ein zwölffaches! Unfallrisiko. Geisterradeln — ob zulässig oder wie hier nicht — ist also eine gefährliche Angelegenheit, von der ganz dringend abzuraten ist.
Mittwoch, 2. Juli 2008
Gutes Wetter, hohe Spritpreise — da scheinen mehr Menschen als sonst mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Oder die Polizei berichtet einfach häufiger über Fahrradunfälle. Heute sind gleich vier dabei: Die Fahrerin (68) eines Pkw VW Golf befuhr am 01.07.2008, gegen 14:00 Uhr, die Karl-Heine-Straße, Leipzig-Plagwitz, stadteinwärts. An der Walter-Heinze-Straße bog die Frau nach rechts ab. Dort kam es dann zum Zusammenprall mit einem Biker (31), der zwar auf dem Radweg fuhr, jedoch in entgegengesetzter Richtung. Der Fahrradfahrer stürzte, verletzte sich und musste zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Auto und am Rad entstand Schaden in Höhe von etwa 1.200 Euro. Gegen die Leipzigerin wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt. Radwege sind ja schon an sich gefährlich, befährt man sie aber in die flasche Richtung (ob nun legal oder nicht), erhöht sich das Unfallrisiko nochmal drastisch.Am gleichen Tag, gegen 15:00 Uhr, ereignete sich ein weiterer Unfall zwischen einem Pkw und einem Fahrradfahrer. Der Fahrer (74) eines Pkw Toyota war auf der Engelsdorfer Straße in Leipzig-Mölkau unterwegs. Bei „Grün” bog er nach rechts in die Paunsdorfer Straße ab und erfasste einen Radler (83), der mit seinem Klappfahrrad auf dem Gehweg der Engelsdorfer Straße fuhr und geradeaus weiterfahren wollte. Der ältere Herr stürzte auf die Fahrbahn und wurde auf Grund seiner schweren Verletzungen in einem Krankenhaus stationär aufgenommen. Der Sachschaden hier beträgt ca. 2.100 Euro. Der 74-Jährige hat sich jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall zu verantworten. Auch auf Gehwegen ist man aus dem Blickwinkel der Verkehrsteilnehmer auf der Straße — deshalb sollte man da besser nicht fahrenNicht aufgepasst hatte hier eine Radfahrerin (24), welche ebenfalls am 01.07.2008, gegen 15:00 Uhr, die Gustav-Adolf-Straße in Leipzig-Mitte stadtauswärts fuhr. An der Kreuzung Funkenburgstraße beachtete sie einen Pkw Citroen nicht, dessen Fahrer (24) auf den dort gleichrangigen Straßen von rechts kam und demzufolge die Gustav-Adolf-Straße überqueren wollte. Beide Fahrzeuge stießen zusammen, die Radfahrerin kam zum Glück mit leichten Verletzungen davon. Die Höhe des Sachschadens beläuft sich auf ungefähr 2.150 Euro. Gegen die junge Leipzigerin wurde eine Bußgeldstrafe verhängt. (Hö) Kein Rad- oder Fußweg in diesem Fall, aber eine ehemalige Bundesstraße, die noch nicht lange und dazu nicht durchgängig in einer 30-Zone ist.- Und noch ein Unfall, bei dem eindeutig der Radfahrer die Verantwortung trägt:
Radfahrer verließ Unfallstelle
In diesem Fall kam es zum Zusammenstoß zwischen einem Fahrradfahrer und einer Fußgängerin (15). Die Jugendliche überquerte gestern, gegen 11:30 Uhr, bei Ampelschaltung „Grün” die Holzhäuser Straße/Prager Straße und wurde dabei von einem von links kommenden Radfahrer erfasst. Sie stürzte, verletzte sich leicht und musste ärztlich versorgt werden. Der Radler jedoch verließ nach dem Crash unerlaubt die Unfallstelle. Wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall wird nun gegen Unbekannt ermittelt. (Hö)
Mittwoch, 21. Mai 2008
In der Grünewaldstraße, gleich vor dem ADFC-Laden, gibt es einen Zwei-Richtungs-Radweg. Als wichtige Verbindung zwischen Bayrischem Platz und der Innenstadt ist er stark befahren. Leider ist er aber auch ziemlich unfallträchtig: An der Kreuzung mit der Brüderstraße (bei Google Maps ansehen) wurden schon häufiger Radfahrer an- bzw. umgefahren. Gestern gleich zweimal, berichtet die Polizei: Gleich zweimal an derselben Stelle
Den Beginn ihrer Vorlesung konnte eine 20-Jährige gestern nicht pünktlich erreichen, da sie zu einer Unfallaufnahme an der Kreuzung Grünewaldstraße/Brüderstraße verbleiben musste (20.5.08, ca. 17:00 Uhr). Vorausgegangen war ein Zusammenstoß zwischen dem schwarzen Seat der Studentin und einem Radfahrer, der stadtauswärts auf dem Radweg fuhr. Der 45-Jährige erlitt leichte Verletzungen, die ambulant behandelt wurden.
Zu einem fast identischen Unfall kam es etwa fünf Stunden später (22:10 Uhr), als der 33-jährige Fahrer eines schwarzen Mercedes wiederum eine Fahrradfahrerin (22) auf dem stadtauswärtigen Radweg übersah und mit dieser zusammenstieß. Die Radlerin zog sich bei ihrem Sturz Hautabschürfungen und leichte Verletzungen an Knie und Armen zu und wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. In beiden Fällen wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall ermittelt. (La) Auch wenn Radwege zur Benutzung in der falschen Richtung freigegeben sind, bedeutet das nicht, dass man als Radfahrer dort sicherer unterwegs ist.
Mittwoch, 23. April 2008
Aus der Reihe “die Polizei berichtet” heute: Verwarngeld für verletzte Radlerin
Trotzdem eine Fahrradfahrerin (52) am 22.04.2008, gegen 18:15 Uhr, mit der Fahrerin (25) eines Pkw Seat kollidiert war und dadurch verletzt wurde, muss sie ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro zahlen. Die Leipzigerin fuhr zwar auf dem Radweg in der Hans-Driesch-Straße, war aber – stadtauswärts fahrend – entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs. Radlerin und Seatfahrerin stießen dann in Höhe Friesenstraße, auf welcher die 25-Jährige fuhr und nach rechts in die Hans-Driesch-Straße abbiegen wollte, zusammen. Die 52-Jährige erlitt neben einer Kopfplatzwunde noch eine Nasenbeinfraktur und wurde in einem Krankenhaus stationär aufgenommen. Auch die jüngere Verkehrsteilnehmerin muss sich strafrechtlich verantworten. An Rad und Auto entstand Sachschaden in Höhe von etwa 2.100 Euro. (Hö) Ich kann es wahrscheinlich nicht oft genug schreiben: Geisterradeln gefährdet die Gesundheit. Die eigene — und leider auch die anderer. Deshalb sollte man das am besten bleiben lassen.
Donnerstag, 17. April 2008
Die Polizei berichtet heute: Autofahrerin contra Radlerin
Am 16.04.2008 fuhr gegen 13:00 Uhr die Fahrerin (55) eines Pkw Daihatsu auf der Zschocherschen Straße stadteinwärts. Sie wollte an der durch eine Ampel geregelten Kreuzung nach rechts auf die Lützner Straße abbiegen. Dort erfasste sie dann eine Fahrradfahrerin (21), welche die Zschochersche Straße am Fußgängerüberweg in entgegensetzter Richtung verkehrswidrig überqueren wollte. Die junge Frau wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Gegen die Daihatsufahrerin wird wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall ermittelt. (Hö) Gerade an Kreuzungen haben Radfahrer, die auf der linken Straßenseite unterwegs sind, ein erheblich höheres Unfallrisiko. Deswegen sollte man dort möglichst gar nicht, und wenn doch, dann besonders vorsichtig fahren.
Montag, 25. Februar 2008
Aus dem heutigen Polizeibericht: Wegen fahrlässiger Körperverletzung…
...in Verbindung mit einem Verkehrsunfall hat sich jetzt ein Leipziger (80) zu verantworten. Der ältere Herr befuhr am 24.02.2008, gegen 11:30 Uhr, mit seinem Fahrrad die Bernhard-Göring-Straße im Leipziger Süden stadtauswärts. Dazu nutzte der Mann den Radweg – jedoch in entgegengesetzter Richtung – so dass es für ihn ein Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot bedeutete. Ungefähr zehn Meter vor der Scharnhorststraße stieß er mit einer Fußgängerin (71) zusammen, die gerade die Straße überqueren wollte. Die Seniorin stürzte und zog sich dabei sowohl eine Fraktur der linken Hand als auch des linken Oberschenkelhalses zu. Sie wurde in einem Krankenhaus stationär aufgenommen. Ein Mann (60) war Zeuge des Geschehens und verständigte die Polizei. (Hö) Bleibt anzumerken, dass dieser Unfall auch gut hätte passieren können, wenn der Radfahrer auf der richtigen Straßenseite gefahren wäre.
|