“Keine Selbstbedienung!” überschreibt die Polizei eine Pressemitteilung zum Thema Fahrraddiebstahl. Das scheint eher Wunsch denn Wirklichkeit: Im vergangenen Jahr wurden 4295 Fahrraddiebstähle angezeigt. Lediglich 205, also 4,8 Prozent davon, konnte die Polizei aufgeklären. Damit ist die Aufklärungsquote im Vergleich zu 2007 (6,2 %) noch weiter gesunken.
Verantwortlich für die miesen Ergebnisse ist nach Ansicht der Polizei, dass viele gestohlene Räder mangels Rahmennummer oder ähnlichem gar nicht brauchbar in die Fahndungsliste aufgenommen werden können. Die Polizei setzt deswegen auf eine Registrierungskampagne: Unter dem Motto “Clever und schlau gegen Fahrradklau“ sollen Fahrradbesitzer ihr Gefährt bei der Polizei registrieren. Dabei werden Rahmennummer und ausführliche Beschreibung gespeichert. Zusätzlich können in der Datenbank auch Fotos hinterlegt werden. Dadurch sollen die gestohlene Räder besser identifiziert werden können.
Fraglich bleibt, ob die Registrierungskampagne alleine helfen wird, um die Aufklärungsquote zu verbessern: Die Polizei müsste überhaupt erstmal gezielt nach gestohlenen Rädern suchen können. Dazu müsste sie mehr über die Strukturen der Fahrraddiebe und ihrer “Vertriebswege” wissen. Sonst wird es weiter bei Zufallsfunden – z. B. bei Verkehrskontrollen – bleiben.