Die CDU gibt nicht auf: Zum Thema Autoarme Innenstadt fährt sie jetzt schwere Geschütze auf. Sie würde das “Auto” in “Autoarm” gerne durch “Fahrrad” ersetzen. Das legt zumindest ein Artikel in der heutigen LVZ nahe (leider nicht frei zugänglich online). CDU-Stadträtin Sabine Heymann wird darin zitiert, dass nach ihrem Willen nicht nur in den Fußgängerzonen Peters-, Grimmaische- und Hainstraße, sondern auch in allen “touristisch relevanten Straßen” zwischen 11 und 20 Uhr das Radfahren untersagt werden soll.
So richtig eigenwillig wird diese Forderung, bedenkt man, dass Heymann weiter Autos in die Innenstadt lassen will: Für eine kurzfristige Erreichbarkeit müsse es “weiterhin eine hinreichende Zahl oberirdischer Kurzzeitparkplätze” geben. Da frage ich mich doch, was gefährlicher ist, was mehr stört: Fahrrad oder Auto?
Sollte Heymanns Forderung Realität werden, käme Leipzig dem Verkehrskollaps einen Schritt näher: Das Radfahren würde unattraktiver, der Radverkehrsanteil würde unter Umständen nicht weiter steigen. Damit gäbe es vermutlich mehr Autos, mehr Stau, mehr Umweltbelastung.
Und: Den Innenstadt-Händlern würde ein Teil der Kundschaft fehlen. Der kommt nämlich momentan noch mit dem Rad. Um’s nochmal zu wiederholen: Untersuchungen in anderen Städten haben ergeben, dass radfahrende Kunden zwar pro Einkauf weniger ausgeben, dafür aber öfter wiederkommen. Unterm Strich bringen sie Innenstadt-Händlern mehr Umsatz als Autofahrer.
Ein komplettes Radfahrverbot innerhalb des Ringes ist damit nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch unsinnig.