Der Freistaat will Geld in die Hand nehmen, um etwas für den Radverkehr zu tun. Ist ja auch populär, wenn die Benzinpreise steigen und der Klimawandel stärker ins Bewusstsein rückt. Aber warum fällt (den meisten) Politikern immer nur eine Methode ein, um Radverkehr zu fördern?
Für den nachträglichen Bau von Radwegen an Staatsstraßen werden, entsprechend dem Finanzierungsplan für das Operationelle Programm des Freistaates Sachsen in der Förderperiode 2007-2013, rund 11 Mio. € eingesetzt. Darüber hinaus hat sich die Staatregierung bei ihrer zweitägigen Haushaltsklausur ein Landesprogramm zur Förderung des kommunalen Radwegebaus in Höhe von 5 Mio. € pro Jahr geeinigt.
Radwege sind nun mal prinzipbedingt keine Radverkehrsförderung, sondern Radfahrergefährdung (Beispiele dafür gibt es hierzublog genügend). Außerdem gibt es genug Beispiele, dass mehr Radwege den Radverkehrsanteil nicht steigern —
in Dublin hat sich der Radverkehrsanteil während des Netzausbaus halbiert. Deswegen, liebe Politiker: Wenn ihr unbedingt Geld für Radverkehrsförderung ausgeben wollt (und das auch etwas bringen soll), dann:
- ...macht Werbung fürs Radfahren
- ...macht noch mehr Werbung für das Radfahren. Habe ich schon erwähnt, dass Radfahren gesund, sicher und umweltfreundlich ist und noch dazu Spaß macht?
- ...sorgt für ein fahrradfreundliches Klima auf den Straßen — dazu gehört auch Verkehrserziehung für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere aber für Autofahrer (Überholabstände!)
- ...sorgt für viele und gute Abstellanlagen an allen für Radfahrer wichtigen Zielen
- ...und erst dann baut Radwege — aber bitte nur solche, die abseits vom motorisierten Verkehr verlaufen (und — es muss mal gesagt werden — reißt richtig miese Radwege ab, damit dort nicht noch mehr Menschen verletzt oder getötet werden)
Mit den fünf Millionen Euro pro Jahr für die Kommunen ließe sich viel mehr erreichen, wenn sie das Geld nicht für noch mehr miese Radwege verpulvern müssen.