Die LVZ hat heute eine Mini-Umfrage zum Thema Radfahren in den Fußgängerzonen der Innenstadt veröffentlicht. Die Überschrift lautet “Absteigen erwünscht” — allerdings äußert sich die Hälfte der sechs Befragten irgendwie differenzierter. Die drei 21- bis 24-Jährigen meinen nämlich, dass sie durchaus absteigen, wenn’s zu eng ist, sonst aber durch die Fußgängerzonen fahren. Und das ist doch genau das, worum es geht: Die Eigenverantwortung stärken und Flexibilität zulassen. Die Mehrzahl der Radfahrer verhält sich schon heute so, dass keine Fußgänger gefährdet oder behindert werden. Das bedeutet auch, dass notfalls eben geschoben wird.
Natürlich gibt es auch eine Kehrseite: Zwei der Befragten sagen, dass sie schonmal von Radfahrern angefahren worden (eine davon aber ein ganzes Stück von einer Fußgängerzone entfernt — auf einem Fußweg im Peterssteinweg). Ich behaupte aber immernoch, dass Idioten, die sowas machen, auch durch gesperrte Zonen rasen würden — den Fußgängern wäre also nicht geholfen. Warum deswegen die vielen vernünftigen Radfahrer bestrafen?
Was mir in diesem Artikel, aber auch sonst in der Diskussion auffällt: Vor allem ältere Menschen fürchten sich vor Radfahrern und haben überdurchschnittlich häufig schlechte Erfahrungen gemacht. Keine Ahnung, ob die Furcht übertrieben ist, aber Radfahrer sollten sie ernst nehmen, wenn sie auch künftig bequem durch die Innenstadt kommen wollen. Deswegen: Abstand zu Fußgängern! Schließlich wird man als Radfahrer ja auch nur ungern mit Nullabstand von Autos überholt.