In der Reihe “Radwege sind gefährlich” berichte ich heute mal nicht über einen Abbiegeunfall, sondern über andere Gefahren, die auf Radwegen lauern. Zunächst die Polizeimeldung:
Radler verletzte sich schwer
Zu einem Unfall mit zwei Fahrradfahrern kam es am 27.06.2008 auf dem Ranstädter Steinweg in Leipzig-Mitte. Gegen 12:30 Uhr befuhr ein Mann (48) nach dem Passieren der Kreuzung Thomasiusstraße den gemeinsamen Fuß- und Radweg des Ranstädter Steinwegs in stadteinwärtiger Richtung. Vor ihm radelte eine Frau (24). Als sie auf Grund eines verlorenen Gegenstandes aus ihrer Hosentasche die Geschwindigkeit reduzierte und der 48-Jährige wegen der Fußgänger nicht überholen konnte, bremste er so stark, dass er über die Lenkstange seine Fahrrades stürzte. Er erlitt vermutlich eine Fraktur des linken Armes und musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. (Hö)
Natürlich spielt hier die Tatsache, dass der Unfall auf einem (gemeinsamen Fuß- und) Radweg passiert ist, nur eine untergeordnete Rolle. Andererseits: Auf der Fahrbahn nebenan hätte der Radfahrer mit hoher Wahrscheinlichkeit genügend Platz gehabt, um an der bremsenden Radlerin vorbeizufahren. Radwege sind nun mal in den meisten mir bekannten Fällen zu schmal, um sichere Überholmanöver zu erlauben.
Der spezielle Weg hier ist mein persönlicher “Liebling”: Gegen seine Benutzungspflicht klage ich am Verwaltungsgericht Leipzig. Es ist einfach keine gute Idee, an einer wichtigen Verkehrsverbindung — auch für den Radverkehr — Fußgänger und Radfahrer auf einer Breite von 2,50 Meter zusammenzusperren.