Die Polizeidirektion Leipzig hat fleißig gezählt und die Verkehrsunfallstatistik für 2007 vorgestellt. Eine paar Fragen meinerseits nach genaueren Daten wurden gestern (am Feiertag!) netterweise auch beantwortet, so dass ich hier über ein bisschen mehr als zwei nackte Zahlen referieren kann.
Mehr Verkehrsunfälle insgesamt
Insgesamt gab es im vergangenen Jahr in Leipzig 14.747 (gemeldete) Verkehrsunfälle. Bei 1.866 davon waren insgesamt 2.165 Verletzte zu beklagen. 14 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Diese Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Mehr Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern
2007 gab es 1.159 Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren. Das sind 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auffällig ist, dass auch der Anteil der Radfahr-Unfälle an der Gesamtzahl seit fünf Jahren stetig steigt. Lag dieser Wert 2002 noch bei 5,5 Prozent, ist er inzwischen auf 7,9 Prozent gestiegen. Das bedeutet aber nicht, dass Radfahren in Leipzig gefährlicher geworden ist: Ein (gar nicht so abwegiger) Erklärungsansatz ist vielmehr, dass der Radverkehrsanteil in diesem Zeitraum ebenso gestiegen ist. Dieser Wert wird allerdings nur alle fünf Jahre ermittelt. Die aktuellsten Daten sind von 2003, so dass kein Vergleich möglich ist.
Radfahrer meist Unfallopfer
Bei 502 Unfällen waren Radfahrer die Hauptverursacher. Davon waren 60 Allein- und 72 Unfälle zwischen Radfahrern. Bei Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern waren damit Radfahrer zu 36 Prozent Hauptverursacher — in knapp zwei Dritteln sind sie Opfer.
“Nicht unerhebliches Mitverschulden”
Die Polizei legt aber Wert auf die Feststellung, dass bei etwa einem Drittel der Unfälle, bei denen andere Verkehrsteilnehmer hauptverantwortlich sind, den betroffenen Radfahrer ein “nicht unerhebliches Mitverschulden” vorzuwerfen ist. Das Fehlverhalten der Radfahrer sei dabei vor allem Fahren auf dem Fußweg, Fahren in die falsche Richtung oder das Fehlen bzw. die Nichtfunktion von Beleuchtung.
Unfallursachen
Wenn Radfahrer Unfälle verursachen, haben sie meist Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr gemacht, sind unter Alkoholeinfluss gefahren, haben die Vorfahrt nicht beachtet, sind zu schnell oder bei Rot über die Ampel gefahren. Die Liste der Fehler, die Autofahrer machen und die zu Unfällen mit Radfahrern führen, sieht etwas anders aus: Nichtbeachten der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen, Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr, Fahren trotz roten Lichtzeichens sowie Wenden und Rückwärtsfahren zählt die Polizei als häufigste Unfallursachen auf. “Fehler beim Abbiegen” und “Nichtbeachten der Vorfahrt” treten — meiner Erfahrung nach — hauptsächlich dort auf, wo es Radwege gibt. Eine genauere Analyse dazu gibt es aber noch nicht. Erst im diesen Jahr sollen alle Radfahrerunfälle genauer untersucht werden.