... zum Thema Rüpel-Radler gibt es momentan im Forum der hiesigen Monopol-Lokalzeitung zu bewundern. Da wäre zum Beispiel der Thread über “die lieben Radfahrer“, den irgendjemand aus der verdienten Versenkung geholt hat. Allerdings musste auch der Faden über die autoarme Innenstadt dran glauben: Statt um die Frage, was Autos in der Innenstadt zu suchen haben, wird vornehmlich darüber diskutiert, was manche Radfahrer so falsch machen. Und das ohne tiefere Kenntnisse der Verkehrsregeln. Vielleicht mal ein bisschen Nachhilfe über die Verkehrsregeln in Fußgängerzonen:
Wird durch Zusatzschild Fahrzeugverkehr zugelassen, so darf nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Die Fahrzeugführer dürfen Fußgänger weder gefährden noch behindern; wenn nötig, müssen sie warten.
(§ 41 Abs. 5 StVO; Z. 242 & 243)
In Fußgängerzonen dürfen Radfahrer also nur dann fahren, wenn sie per Schild freigegeben sind. Das ist bei den meisten Fußgängerzonen in der Innenstadt der Fall, teilweise aber mit einer zeitlichen Begrenzung. Der zitierte Abschnitt der Straßenverkehrsordnung gilt auch für Radfahrer: Sie dürfen also nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren und keinesfalls Fußgänger gefährden oder behindern. Wenn die Polizei wollte, könnte sie also ohne weiteres gegen Rüpel-Radler in Fußgängerzonen vorgehen. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die entsprechende Regel selbst bei der Verkehrspolizei unbekannt ist (zumindest ist das mein Fazit aus dem ADFC-Dialog am 5. Februar).
Wie auch immer: Eigentlich ist das eine Scheindiskussion, bei der es mehr um persönliche Befindlichkeiten als um wirkliche Gefahren geht. Wo sind denn die vielen Unfälle, die rüpelhafte Radfahrer angeblich ständig verursachen? Weitaus mehr Unfälle passieren auf Radwegen… Damit will ich rasende Fußgängerzonen-Radfahrer nicht in Schutz nehmen — ich mag die auch nicht, weil ich mich ebenso erschrecke, wenn sie mit (zu wenig) Abstand mit (zu viel) Tempo an mir vorbeifahren. Wen das wirklich stört, der sollte sich bei der Polizei dafür einsetzen, dass die entsprechenden Radfahrer zur Verantwortung gezogen werden. Alle anderen Radfahrer sollten in Ruhe und Schrittgeschwindigkeit durch die innerstädtischen Fußgängerzonen fahren dürfen: Es geht darum, das Radfahren in Leipzig so attraktiv wie möglich zu machen. Eine gut erreich- und durchfahrbare Innenstadt gehört dazu.
Und wo ich gerade dabei bin: Die eigentlichen Störenfriede in der Innenstadt sind tatsächlich
dieviele Autofahrer: Die parken, wo sie wollen, nur nicht in den Tiefgaragen. Die fahren schneller, als erlaubt (nämlich innerhalb des Rings 20 km/h!) und nehmen auf Radfahrer keine Rücksicht. Abgesehen davon, dass Autos stinken und unnötig viel Platz wegnehmen.
Warum ich das alles nicht ins LVZ-Forum schreibe? Ganz einfach: Weil ich keine Lust habe, mich dort extra anzumelden.
Weil ich nicht immer über Unfälle schreiben will, mal ein etwas anderes Thema, das ich schon mal kurz angerissen hatte: Die Stadt arbeitet momentan an einer Weiterentwicklung des Konzeptes zur autoarmen Innenstadt. Damit soll der Verkehr in der Innenstadt
Aufgenommen: Mai 22, 18:25