Im Ranstädter Steinweg hat Ende des vergangenen Jahres ein Supermarkt eröffnet. Die Anwohner in dem frisch sanierten Häuserblock wird das bestimmt freuen, haben sie doch einen kurzen Weg zum Einkaufen. Weniger freuen dürfen sich Fußgänger und Radfahrer: Die Ein- und Ausfahrt zum Supermarktparkplatz bietet enorme Unfallgefahren. Die Fahrzeuge müssen nämlich durch das Haus durchfahren, beim Ausfahren lassen sich Fuß- und Radweg (im Gegensatz zur stadtwärtigen Richtung sind Fuß- und Radweg hier baulich getrennt) aber nur schlecht überblicken. Dieses Problem wird dadurch verschärft, dass der Fußweg äußerst schmal ist — um von ausfahrenden Fahrzeugen wirklich gesehen werden zu können, müssten Fußgänger auf den Radweg ausweichen. Diesen Umstand habe ich bereits im Dezember bei der Stadt bemängelt und angeregt, über die Radverkehrsführung in landwärtige Richtung neu zu entscheiden. Heute erhielt ich dazu eine Antwort:
Die Platzverhältnisse im Zufahrtsbereich zum Einkaufsmarkt sind nicht gerade komfortabel, die notwendigen Maße werden aber eingehalten. Eine Vermischung der Verkehrsarten ist an solchen sensiblen Stellen nicht ganz auszuschließen. Bei Beachtung der Grundregeln des § 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) “Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme” müssten sich aber die
Probleme für alle Verkehrsteilnehmer in Grenzen halten.
Es besteht keine Veranlassung, an der grundsätzlichen Führung des Radverkehrs, etwas zu ändern.
Um das jetzt mal zu übersetzen: Es ist normal und in Ordnung, wenn an dieser Stelle Fußgänger auf dem Radweg laufen. Die Radfahrer müssen dann eben besonders aufmerksam und langsam fahren.
Ich wäre ja schon froh, wenn das die Kraftfahrzeugführer auch machen würden. Momentan ist der Radweg nämlich gesperrt, weil die Sanierung des Wohnblockes noch nicht ganz abgeschlossen ist und ein Gerüst über den Weg gebaut werden musste. Radfahrer werden vorher — in einer für die Stadt Leipzig vorbildlichen Art und Weise — auf die Fahrbahn geleitet. Dennoch sind einige Autofahrer der Meinung, mit der Hupe grüßen zu müssen.