Diesmal musste nicht der falsch fahrende Radfahrer leiden, sondern ein unschuldiges Verkehrszeichen und eine Schaufensterscheibe. Aus dem Polizeibericht von heute:
Fahrradfahrer gesucht
Ein derzeit noch unbekannter Radfahrer kam gestern Abend, gegen 18:30 Uhr, einem 49-jährigen Taxifahrer in die Quere. Der Radler fuhr plötzlich mit hohem Tempo vom Gehweg auf die Straße – direkt vor den VW Passat, der von der Lessingstraße auf die Jahnallee nach links abbiegen wollte. Der 49-Jährige reagierte zwar schnell, konnte jedoch Schaden nicht vermeiden. Er wich dem Radfahrer aus, stieß aber gegen ein Verkehrszeichen am gegenüberliegenden Fahrbahnrand, welches dann seinerseits umknickte und gegen die Schaufensterscheibe eines Geschäftes fiel. Wie hoch der Schaden ist, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Polizei sucht den flüchtigen Radfahrer, der mit seiner Verhaltensweise den Unfall provozierte. Hinweise nimmt die Verkehrspolizeiinspektion in der Hans-Driesch-Straße 01 in 04179 Leipzig, Tel. (0341) 4483 835 entgegen. (Rei)
Die Jahnallee ist bei Fußwegradlern äußerst beliebt, leider auch bei Fußgängern — Konflikte zwischen beiden Gruppen sind an der Tagesordnung. Das Radfahren auf der Fahrbahn ist dort (leider) wirklich unattraktiv: Es gibt in jede Richtung zwei Fahrstreifen: Auf dem rechten wird zum größten Teil (legal) geparkt, der linke hat Straßenbahnschienen inklusive. Mit etwas über 20.000 Fahrzeugen pro Tag lässt sich die Verkehrsbelastung auch nicht gerade als gering bezeichnen. Damit gibt es für Radfahrer zwei Motive, auf die Fußwege auszuweichen: Entweder haben sie Angst vor der Fahrbahn oder sie sind der Meinung, auf dem Fußweg schneller voran zu kommen.
Über diese Situation kann ich nur verwundert den Kopf schütteln: Ein Stück weiter in Richtung Stadt wird aus der Jahnallee der Ranstädter Steinweg. Da ist das Parken verboten und die Straßenbahn hat ein eigenes Gleisbett — deutlich angenehmere Bedingungen also. Dennoch werden Radfahrer von der Fahrbahn verbannt.