Die Stadt hat die ersten Ergebnisse der Verkehrsstudie “SrV 2008” für Leipzig vorgestellt. Demnach liegt der Radverkehrsanteil in Leipzig bei 14,4 Prozent – vor fünf Jahren lag er noch zwei Prozentpunkte darunter. Deutlicher ist der Rückgang des Autoverkehrs: Sein Anteil sank von 44,0 auf 39,5 Prozent. Erstmal seit der Wende stieg auch wieder der Anteil der Wege, die zu Fuß oder mit Bus und Bahn zurückgelegt wurden. Der Umweltverbund scheint also auf dem Vormarsch – ein gutes Zeichen in Richtung lebenswerte(re) Stadt.
Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Re-Urbanisierung, berichtet die L-IZ, also dass immer mehr Menschen ins Stadtzentrum und nicht auf die grüne Wiese ziehen. Das macht einen Verzicht aufs Auto leichter, weil sich viele Wege sowieso schneller ohne erledigen lassen. Sicher dürften auch die gestiegenen Benzinpreise eine gewisse Rolle gespielt haben.
Ein “weiter so” in der Verkehrspolitik der Stadt wäre aber dennoch fatal: Sie setzt noch immer viel zu sehr auf große Straßenneu- und ausbauten. Damit wird aber eher die Attraktivität des motorisierten Verkehrs gesteigert. Auch die Forderung nach mehr Radwegen ist kontraproduktiv, denn auch sie beschleunigen den Kfz-Verkehr und bürden Radfahrern zusätzliche Gefahren auf. Der Radverkehrsanteil lässt sich mit Öffentlichkeitsarbeit viel effektiver steigern.