Die Entscheidung über die Fortschreibung des Konzeptes Autoarme Innenstadt rückt immer näher: Am 17.12. sollen die Stadträte über eine Verwaltungsvorlage und mehrere Änderungsanträge entscheiden. Neben dem eigentlichen Anliegen, den Bereich innerhalb des Ringes autoärmer zu gestalten, geht es in der Verwaltungsvorlage auch darum, den Radverkehr zu reglementieren: In den Fußgängerzonen Peters-, Hain-, Nikolai- und Grimmaische Straße soll künftig zwischen 11 und 20 Uhr das Radfahren generell untersagt sein.
Diese Regelung unterstützen bis auf Bündnis 90 / Die Grünen alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen, wie mephisto 97.6 im Laufe der Woche berichtete (und heute dann auch die LVZ). Die Grünen vertreten dabei eine realistische Sicht auf die Dinge, die auch hier schon häufiger dargelegt wurde: Radfahrer sind in Fußgängerzonen sowieso dazu verpflichtet, sich Fußgängern gegenüber extrem rücksichtsvoll zu verhalten. Diese Regel wurde bisher nur nie durchgesetzt und sie ist wohl auch ziemlich unbekannt… (siehe auch hier für weitere Ausführungen dazu). Mit einer vergleichbaren Argumentation haben sich jetzt auch mehrere Mobilitäts- und Umweltverbände an die Stadträte gewandt. In einem offenen Brief fordern ADFC, Ökolöwe, Klimaallianz Leipzig und der VCD die Stadträte dazu auf, gegen die unflexible Einschränkung des Radverkehrs in der Innenstadt zu stimmen.
Übrigens: CDU-Stadtrad Konrad Riedel hält diese Forderung für populistisch. Angesichts der realen Unfallzahlen (nur sehr wenige) und der dafür ziemlich hitzigen Aufregung in der hiesigen Lokalpresse frage ich mich, ob ausgerechnet der Vorschlag nicht eher das Gegenteil ist…